Terrorismus : Sieben Spanier durch Autobombe im Jemen getötet

Bei einem Autobombenanschlag nahe einer archäologischen Stätte im Jemen sind sieben spanische Touristen und zwei Einheimische getötet worden. Die Regierung vermutet hinter dem Anschlag das Terrornetzwerk Al Qaida.

Sanaa/MadridBei einem Selbstmordanschlag auf einen Touristen-Konvoi im Jemen sind sieben Spanier und zwei Einheimische getötet worden. Sieben weitere Spanier und zwei Jemeniten wurden verletzt, als sich der Attentäter mit seinem Fahrzeug nahe dem Mondtempel von Marib in die Luft sprengte, bestätigen Behördenvertreter im Jemen sowie der spanische Außenminister Miguel Angel Moratinos.

Die Behörden in der jemenitischen Hauptstadt Sanaa gingen davon aus, dass das Terrornetzwerk Al Qaida hinter dem Anschlag steckt. Zuletzt habe es Drohungen gegeben, nachdem ein mutmaßlicher Al-Qaida-Terrorist verhaftet worden war.

In Madrid hatte das Außenministerium zunächst von sieben und dann von sechs getöteten Spaniern berichtet, bevor der Minister die Zahl der spanischen Toten am Abend mit sieben angab. Ob einer der Verletzten gestorben ist oder es lediglich ein Zahlen-Durcheinander gab, war unklar. Alle Verletzten wurden in ein Krankenhaus in Sanaa gebracht. Später sollten dann Tote und Verletzte mit einem Flugzeug nach Spanien gebracht werden. Insgesamt bestand die Gruppe aus 17 Personen: 12 spanische Touristen, ein spanischer sowie vier jemenitische Führer.

Gewalt gegen Ausländer im Jemen nicht neu

Der Mondtempel zählt zu den Hauptsehenswürdigkeiten von Marib, der ehemaligen Hauptstadt des antiken Reichs der Königin von Saba, 190 Kilometer nordöstlich von Sanaa. Der Jemen ist zwar kein Ziel für den Massentourismus, ist aber wegen seiner pittoresken arabischen Städte und Wüstenlandschaften bei Reisenden beliebt, die Erlebnisse abseits der ausgetretenen Pfade suchen. In den letzten Jahren wurden aber immer wieder auch ausländische Touristen entführt und gegen Lösegeld freigelassen. Die Kidnapper rekrutierten sich zumeist aus dem Umfeld nomadisierender Stämme.

Das Terrornetzwerk Al Qaida hatte 2000 vor der Küste bei Aden einen Anschlag auf das US-Kriegsschiff "USS Cole" verübt, bei dem 17 amerikanische Seeleute getötet worden waren. Bei einem Ausbruch aus einem Gefängnis in Sanaa waren im Februar des Vorjahrs 13 verurteilte Al-Qaida-Kader freigekommen. (mit dpa)