Terrorverdacht : Bombenanschlag auf Zug - 60 Verletzte

Auf der Strecke Moskau - St. Petersburg ist ein Schnellzug entgleist: 60 Menschen wurden verletzt, zwei schweben in Lebensgefahr. Am Unglücksort haben Ermittler einen Sprengsatz gefunden. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Terrorverdachts.

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Bei dem Unglück entgleisten zwölf Waggons. -Foto: AFP

MoskauDie russische Generalstaatsanwaltschaft ermittelt nach dem schweren Zugunglück bei Nowgorod im Nordwesten Russlands wegen Terrorverdachts. An der Unglücksstelle sei ein selbst gebauter Sprengsatz gefunden worden, meldete die Nachrichtenagentur Interfax. Mindestens 60 Menschen wurden verletzt, als am Montagabend auf der Strecke zwischen den beiden größten russischen Städten Moskau und St. Petersburg ein Schnellzug mit Tempo 180 entgleiste. Der Sprengsatz hatte Ermittlern zufolge eine Stärke von zwei Kilogramm TNT. Über den Hintergrund der Tat liegen bislang keine Angaben vor.

Am Unglücksort in der Nähe der Ortschaft Malaja Wischera wurde ein knapp eineinhalb Meter tiefer Krater entdeckt. Der Lokführer berichtete, unmittelbar vor dem Entgleisen des Zuges sei ein Explosionsknall zu hören gewesen. Der entgleiste Schnellzug "Newski Express" gilt als einer der modernsten Züge Russlands. Wegen des Unglücks soll die Strecke noch bis zum Nachmittag gesperrt bleiben.

Russland hat wegen Terroranschlägen in der Vergangenheit vor allem in großen Städten die Sicherheitsvorkehrungen in öffentlichen Einrichtungen erheblich verschärft. Zuletzt waren bei einem Bombenanschlag auf einem belebten Moskauer Markt im August vergangenen Jahres 11 Menschen getötet und 45 verletzt worden.

Die Explosion auf der stark befahrenen und besonders bei Touristen sehr beliebten Strecke ereignete sich, während im südlichen Ural Tausende von Soldaten aus China, Russland und vier ehemaligen Sowjetrepubliken aus Zentralasien an einem Anti-Terror-Manöver teilnehmen. Am Donnerstag wollen die Staatschefs der Schanghaier Organisation für Zusammenarbeit (SCO) auf ihrem Gipfeltreffen im kirgisischen Bischkek über Konzepte der Terror-Bekämpfung beraten. (mit dpa/AFP)