Testspiel : Hannover 96 bezwingt die "Königlichen"

Überraschender Sieg: Hannover 96 hat das Team um Bernd Schuster geschlagen. Vor rund 48.000 Fans gewannen die Niedersachsen verdient hoch gegen Real Madrid.

Bernd Schuster
Kalte Dusche für Real-Trainer Bernd Schuster. -Foto: dpa

HannoverTrainer Bernd Schuster und die "Königlichen" von Real Madrid haben bei ihrem Auftritt in Deutschland nicht den erhofften Glanz verbreitet. Der spanische Meister verlor das mit Spannung erwartete Testspiel bei Hannover 96 verdient mit 0:3 (0:1). Vor 47.683 erwartungsfrohen Fußballfans besiegelten Szabolcz Huszti (29.), Gunnar Heidar Thorvaldsson (63.) und Benjamin Lauth (83.) mit ihren Toren die Pleite des neunmaligen Europacup-Siegers der Landesmeister, der viel zu brav agierte.

Während Hannover 96 elf Tage vor dem Bundesligastart eine überzeugende Partie zeigte, merkte man den Madrilenen die erst zehntägige Vorbereitungsphase deutlich an. Schuster verzichtete in der Startformation auf Stars wie Guti, Javier Saviola, Miguel Salgado, den 30-Millionen-Mann Pepe und auf den Ex-Dortmunder Christoph Metzelder. Torjäger Ruud van Nistelrooy fehlte verletzt. Als einzige Sturmspitze stand Mannschaftskapitän Raul zumeist auf verlorenem Posten. Gefahr ging nur von Gonzalo Higuain aus. Er scheiterte zunächst an 96-Torwart Robert Enke (10.) und vergab freistehend nach 25 Minuten die beste Real-Chance kläglich.

Hannover 96 agiert zielstrebig und treffsicher

Hannover 96 spielte zielstrebiger und hatte mehr Zug zum Tor. Nach feiner Vorarbeit des Niederländers Arnold Bruggink hatte Huszti keine Mühe, Torhüter Iker Casillas zu überwinden. Stürmer Mike Hanke, der erstmals das 96-Trikot im eigenen Stadion trug, hatte zwar Pech im Abschluss, erhielt aber Szenenapplaus für seinen unermüdlichen Einsatz. Nach der Pause erhöhten beide Teams das Tempo, gefährlicher agierten aber weiterhin die Niedersachsen. Eine Minute nach seiner Einwechslung markierte der Isländer Thorvaldsson per Abpraller das zweite Tor. Der Treffer von Lauth löste WM-Stimmung auf den Rängen aus. "Für Hannover ist das ein Großereignis und für unseren Verein ein Imagegewinn", freute sich 96-Präsident Martin Kind.

Die fast 48.000 Fans zahlten für die Tickets höhere Preise als in der Bundesliga. Neben der Gage von einer Million Euro für die prominenten Gäste blieben auch für den Bundesligisten rund 200.000 Euro als Gewinn übrig. "Ich hätte trotzdem die Preise auf der Westtribüne gesenkt", konnte sich Kind einen Seitenhieb auf den Sportrechtevermarkter Sportfive nicht verkneifen. Der 96-Partner trug als Organisator des Spiels das finanzielle Risiko. (mit dpa)