Teuerungsrate : Moderate Preisentwicklung in Deutschland

Trotz Wirtschaftsboom hat Deutschland kein Problem mit steigender Inflation. Die Verbraucherpreise haben im Juni um 1,8 Prozent zugelegt. Die Kosten für Energie sind der größte Unsicherheitsfaktor für die künftige Entwicklung.

WiesbadenTeure Urlaubsreisen und anhaltend hohe Energiepreise haben die Teuerung in Deutschland in diesem Juni auf relativ hohem Niveau gehalten. Zwar verlangsamte sich der jährliche Preisauftrieb von 1,9 Prozent in den Vormonaten auf 1,8 Prozent, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Dennoch liegt der Wert weiterhin nur wenig unter der Warnschwelle der Europäischen Zentralbank (EZB), die Preisstabilität bei knapp unter zwei Prozent gewahrt sieht. Von Mai auf Juni 2007 blieben die Verbraucherpreise mit einem Anstieg von 0,1 Prozent quasi stabil. Das Amt bestätigte mit den Zahlen seine erste Schätzung von Ende Juni.

Im Vergleich zum Juni 2006 wurden Strom (plus 6,2 Prozent) und Gas (plus 3,0 Prozent) deutlich teurer, die Preise für Kraftstoffe stiegen um 0,8 Prozent. Gegenüber dem Jahr 2000 ergaben sich Spitzenwerte bei den Energiepreisen: Kraftstoffe verteuerten sich seitdem um 37,0 Prozent, die Strompreise zogen um 36,6 Prozent an.

Von Mai auf Juni 2007 erhöhten sich die Preise für Kraftstoffe (plus 0,4 Prozent) und Strom (plus 0,1 Prozent) allerdings geringer als erwartet: Ohne Haushaltsenergie und Kraftstoffe hätte die Jahresteuerungsrate sogar 1,9 Prozent betragen.

Reisen wird teurer

Kurz vor Beginn der Sommerferien kletterten im Juni die Preise für Pauschalreisen im Vergleich zum Vormonat um 1,9 Prozent, für das Feriendomizil mussten Urlauber 3,8 Prozent mehr zahlen als im Mai. Binnen Jahresfrist teurer wurde zudem Obst. Dagegen sanken die Preise für Gemüse sowohl im Monats- als auch im Jahresvergleich deutlich.

Nach der Berechnung für die europäische Statistik lag die Jahresteuerung in Deutschland im Juni bei 2,0 Prozent. Insgesamt blieb die Rate in den 13 Ländern des Euro-Raumes im Juni im Vergleich zum Vormonat stabil bei 1,9 Prozent, wie die Europäische Statistikbehörde Eurostat in Luxemburg mitteilte. (mit dpa)