Theater : Lohengrin-Regisseur schmeißt das Handtuch

Wegen künstlerischer Differenzen mit dem Dirigenten hat sich der Regisseur Stanislas Nordey von seiner Neuinszenierung von Wagners "Lohengrin" in Stuttgart distanziert. Fünf Tage vor der Premiere am Sonntag will er seinen Namen nicht mehr mit dem Stück verbunden wissen.

StuttgartFünf Tage vor der Premiere der Neuproduktion der Wagner-Oper "Lohengrin" an der Staatsoper Stuttgart hat der Regisseur Stanislas Nordey wegen Streitigkeiten seinen Job hingeworfen. Differenzen mit Generalmusikdirektor Manfred Honeck hätten sich vor allem hinsichtlich der szenischen Chorgestaltung und der Klangsituation als unüberbrückbar erwiesen, teilte die Staatsoper am Dienstag mit. Nordeys chorisches Regiekonzept sei mit den von Honeck geforderten musikalisch-klanglichen Notwendigkeiten nicht zu vereinbaren gewesen.

Am Dienstagmittag hätte Nordey eigentlich das Konzept für die Wagner-Oper vorstellen sollen. Die Premiere soll am Sonntag nach dem Konzept Nordeys stattfinden. Neben Nordey gehört auch Lance Ryan, Sänger des Lohengrin, nicht mehr der Inszenierung an. Er wurde von der Titelpartie entbunden. Sein Part wird nun von Scott McAllister übernommen.

Nordey hat in der Vergangenheit vor allem neuere und zeitgenössische Opern inszeniert, wie etwa "Le Rossignol" von Strawinski oder "Pierrot Lunaire". Im Sommer 2008 inszenierte er "Das System" von Falk Richter im Rahmen des Festival d'Avignon sowie "Melancholia" von Georg Friedrich Haas an der L'Opéra Nationale de Paris, nach "Saint Francois d'Assise" bereits seine zweite Inszenierung für die Pariser Oper. (sgo/ddp)