Theatertreffen : Berliner Festspiele entschieden: Schlingensief und Gosch dabei

Die zehn Teilnehmer des Theatertreffens im Mai stehen fest. Zu den wichtigsten Inszenierungen des vergangenen Jahres zählt die Jury Produktionen von Schlingensief, Gosch, Stemann und Marthaler.

BerlinChristoph Schlingensiefs Inszenierung "Eine Kirche der Angst vor dem Fremden in mir" gehört zu den zehn bemerkenswerten Aufführungen, die zum diesjährigen Theatertreffen in Berlin (1.-17. Mai) ausgewählt worden sind. Auch zwei Arbeiten von Jürgen Gosch - seine Inszenierung von Anton Tschechows "Die Möwe" am Deutschen Theater Berlin und "Hier und jetzt" von Roland Schimmelpfennig am Schauspielhaus Zürich - gehören dazu. Das teilten die Berliner Festspiele nach der Jurysitzung am Montagabend mit.

Außerdem wurden je zwei Inszenierungen aus Hamburg und Wien sowie Aufführungen aus Köln, München und Sils-Maria in der Schweiz nach Berlin eingeladen. Es sind "Marat, was ist aus unserer Revolution geworden?" von Volker Lösch, frei nach Peter Weiss vom Deutschen Schauspielhaus in Hamburg, Nicolas Stemanns "Die Räuber" nach Friedrich Schiller vom Thalia Theater Hamburg und "Wunschkonzert" von Franz Xaver Kroetz in der Regie von Katie Mitchell vom Schauspiel Köln.

Schlingensief plant Festspielhaus in Afrika

Weitere Aufführungen sind "Der Prozess" von Franz Kafka in der Inszenierung von Andreas Kriegenburg von den Münchner Kammerspielen, "Alle Toten fliegen hoch 1-3" von und mit Joachim Meyerhoff vom Burgtheater Wien, "Der Weibsteufel" von Karl Schönherr in der Regie von Martin Kusej, ebenfalls Wiener Burgtheater sowie "Das Theater mit dem Waldhaus", ein Projekt von Christoph Marthaler und Ensemble, Waldhaus Sils-Maria in der Schweiz.

Der an Krebs erkrankte 48-jährige Schlingensief hatte sein "Fluxus-Oratorium" mit Angela Winkler und Margit Carstensen, in dem er seine Erkrankung und vorläufige Genesung verarbeitet, bei der RuhrTriennale 2008 in einer Duisburger Gebläsehalle gezeigt, die er zu einem sakralen Raum umgestaltete. Wo die Aufführung in Berlin gezeigt werden könnte, ist noch nicht bekannt.

Schlingensief ist zurzeit Jurymitglied bei den noch bis zum Sonntag dauernden Internationalen Filmfestspielen in Berlin und bereitet für März eine neue Arbeit am Wiener Burgtheater ("Mea Culpa") vor. Außerdem plant er, in Afrika ein Festpielhaus zu eröffnen, wozu er bereits in den vergangenen Monaten auf Erkundungsfahrt in einigen in Frage kommenden Ländern war. (goe/dpa)