Für viele Beteiligte ist klar: Ein Lobbyregister könnte mehr Transparenz in den Markt der politischen Kommunikation, Beratung und Interessenvertretung bringen und das Vertrauen in die Demokratie stärken. Der Weg ist damit beschrieben. Wie viel Transparenz aber verträgt die Branche und vor allem: Wie konkret sollen die Angaben in dem Register sein und wer muss sich dort registrieren lassen? Der Tagesspiegel eröffnet nun die Diskussion über die Ausgestaltung des Lobbyregisters ein. Was muss rein, was nicht? Diskutieren Sie mit. Nutzen Sie bitte die Kommentarfunktion am Ende des Textes.

Peter Strieder, Ketchum Pleon: Derzeit gibt es beim Bundestag ein Verbänderegister, bis zu fünf Repräsentanten erhalten pro registriertem Verband einen Ausweis, der Zugang zu den Gebäuden des Bundestags verschafft. Mitarbeiter von Kommunikationsagenturen oder Anwaltskanzleien haben darauf keinen Anspruch. Schon deshalb wäre ein Lobbyregister neben dem Verbänderegister gut. Das Register kann nur zu mehr Transparenz beitragen, wenn der Umweltverband, der sich seine Kampagne von Teilen der Wirtschaft bezahlen lässt, die Kirchen, die bei ihren Mitgliedern im Bundestag für eine effektivere Steuereintreibung werben, oder die Anwaltskanzlei, die sich sicherlich auf das Anwaltsgeheimnis berufen wird, auch registriert werden. Seriöse Politikberater scheuen kein Register. Andere wird kein Register bewegen, sich anständig zu verhalten. Ethisches Handeln ist eine Frage der Haltung!
- "Transparenz ist das Entscheidende"
- "Bei Verstößen muss der Etikrat tätig werden"
- "Sechs Jahre - und keinen Meter weiter"
- "Transparenz ist das Entscheidende"
- "Es wird nicht alle Probleme lösen"
- "Fairness und Vergleichbarkeit"
- "Ein Beauftragter für Transparenz und Lobbykontrolle"
- "Verpflichtend - und zwar für alle
- "In Washington eine Normalität"
- "Debatte atmet oft Klassenkampfatmosphäre"
- "Ein Lobbyregister ist kein Allheilmittel"

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