Kampf gegen Geldwäsche und Steuerhinterziehung : Ende des Schonprogramms

Die EU verschärft den Kampf gegen Geldwäsche. Jeder Mitgliedstaat muss ein elektronisches Unternehmensregister einrichten. Für Kriminelle und Steuertrickser wird es eng.

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Eine zentrale Mafia-Struktur gibt es nicht - systematische Geldwäscher aber wohl.
Eine zentrale Mafia-Struktur gibt es nicht - systematische Geldwäscher aber wohl.Foto: dpa

Ein Mann wird festgenommen, ihm werden kriminelle Geschäfte und Geldwäsche vorgeworfen. Die Fahnder vermuten, dass er seine Deals über eine Briefkastenfirma abwickelt, sagen wir in Zypern. Spätestens jetzt wird es für die Ermittler kompliziert. Sie stellen einen schriftlichen Antrag an die Kollegen vor Ort. Die gehen nach einigem Hin und Her und weiteren Rückfragen zur angegebenen Adresse, finden einen Anwalt vor, der das Unternehmen treuhänderisch leitet. Er sei der Geschäftsführer, sagt der Jurist, über den wirklichen Eigentümer will er nichts verraten. Die Polizei braucht einen Durchsuchungsbeschluss, um die Akten einzusehen. Das Ganze zieht sich über Wochen, den mutmaßlichen Geldwäscher können die Ermittler nicht so lange festhalten, sie müssen ihn gehen lassen. So oder ähnlich spielt sich nach Angaben des Bundesverbands Deutscher Kriminalbeamter der tagtägliche Kampf der Strafverfolgungsbehörden gegen Geldwäsche in Europa ab – und zwar seit Jahren. Doch nun will die Europäische Union den Fahndern die Arbeit entscheidend erleichtern...

Der vollständige Text erschien in der "Agenda" vom 06. Januar 2015 - einer neuen Publikation des Tagesspiegels, die jeden Dienstag erscheint. Die aktuelle Ausgabe können Sie im E-Paper des Tagesspiegels lesen.

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