Lukas Siebenkotten vom Deutschen Mieterbund : Alles für die Mieter

Vorgestellt: Lukas Siebenkotten, Direktor des Deutschen Mieterbundes, ist der oberste Mieterschützer.

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Lukas Siebenkotten ist Direktor des Deutschen Mieterbunds und immer gefragt, wenn es um Wohnungsbau, Mietpreise und Mietrecht geht.
Lukas Siebenkotten ist Direktor des Deutschen Mieterbunds und immer gefragt, wenn es um Wohnungsbau, Mietpreise und Mietrecht...Foto: dpa

Mehr als 35 Millionen Menschen wohnen in Deutschland zur Miete. Wer die Mieter hinter sich hat, hat Macht. So wie Lukas Siebenkotten. Seit September 2008 ist der 58-Jährige Direktor des Deutschen Mieterbunds (DMB), des Zentralorgans der deutschen Mieterschaft. 1,3 Millionen Haushalte vertritt Siebenkotten direkt, sie sind Mitglieder in einem der 320 örtlichen Mitgliedervereine. Das ist eine Menge. Dennoch ist der Einfluss des Juristen an der DMB-Spitze noch weit größer, als es die Zahl der Mitglieder vermuten lässt. Denn als oberster Mieterschützer ist Siebenkotten immer dann gefragt, wenn es um Wohnungsbau, Mietpreise und Mietrecht geht – also praktisch immer.

Vom Bürgermeister zum Mieterschützer

In den sozialdemokratisch geführten Ministerien für Bau und Justiz ist Siebenkotten ein geschätzter Gesprächspartner. Mit Gerd Billen, dem beamteten Staatssekretär im Justiz- und Verbraucherministerium ist der DMB-Chef seit Jahren gut bekannt. Vor seinem Wechsel ins Ministerium an der Mohrenstraße hatte Billen jahrelang den Bundesverband der Verbraucherzentralen (VZBV) geleitet. Chef des dortigen Verwaltungsrats ist seit 2012 Lukas Siebenkotten. Als Billen nach der Bundestagswahl von Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) ins Ministerium berufen wurde, war Siebenkotten derjenige, der einen Nachfolger für Billen an der Spitze des Verbraucherschutzverbands suchen musste – und beim damaligen Leiter der Verbraucherzentrale Düsseldorf, Klaus Müller, fündig wurde.
Siebenkotten weiß, wie Politik geht. Der gebürtige Westfale war vier Jahre lang Bürgermeister im nordrhein-westfälischen Willich und hat darüber hinaus auch noch ein SPD-Parteibuch. Das macht ihn zum Parteifreund von Minister Maas und Ulrich Kelber, dem Parlamentarischen Staatssekretär im Justizministerium – sicherlich kein Nachteil.

Großprojekt Mietpreisbremse

Zu den wichtigsten Projekten, die das Ministerium nach der Wahl in Angriff nahm, gehörte die Einführung der Mietpreisbremse, die Mietsteigerungen bei der Weitervermietung von Wohnungen begrenzt – ein Erfolg für die Mieterschützer. Nun steht der zweite Teil der Reformen an, Regeln für Mietspiegel und die Frage, welche Kosten Vermieter bei energetischen Sanierungen auf die Mieter umlegen dürfen – Kernfragen für den DMB. Aber nicht die einzigen. Mit Bundesbauministerin Barbara Hendricks (SPD) spricht Siebenkotten über den dringend nötigen Neubau von – bezahlbaren – Wohnungen und fordert mehr finanzielle Unterstützung für Sozialwohnungen.
Dabei ist der Vater von vier Kindern kein Scharfmacher, im Gegenteil. Siebenkotten, Anwalt, strahlt Gelassenheit aus, Sachlichkeit und Ruhe. Die Rundungen in der Körpermitte sprechen von der Freude an Gemütlichkeit. Heimat ist ihm wichtig, Familie. Die Wochenenden verbringt der Mieterschützer meist zu Hause im niederrheinischen Anrath, unter der Woche wohnt er zur Miete in Berlin.
Ein Spalter ist er nicht. Beim Kampf um den knappen Wohnraum dürften Flüchtlinge und deutsche Geringverdiener nicht gegeneinander ausgespielt werden, mahnt Lukas Siebenkotten. Stattdessen müsse die Politik dafür sorgen, dass zusätzliche Angebote geschaffen werden.

Teilen gelernt

Teilen? Als Kind war das für ihn nicht immer leicht, erzählte der DMB-Chef vor einigen Monaten auf dem Deutschen Verbrauchertag in Berlin. Das Thema dort: „Sharing Economy“, also das Teilen von Gütern, Autos oder Wohnungen. „Ich komme aus einer Beamtenfamilie“, erinnerte sich Siebenkotten damals bei seiner Rede im Museum für Kommunikation an der Leipziger Straße, „und wir waren zu Hause fünf Kinder. Ich war der Älteste und der Vernünftigste und sollte deshalb immer mehr abgeben als die anderen.“ Das hat ihn geärgert. Geschadet hat es ihm aber offensichtlich nicht.

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