• Nachfolge von Joachim Gauck als Bundespräsident: Die Auswahl der Kandidaten ist ein Signal

Nachfolge von Joachim Gauck als Bundespräsident : Die Auswahl der Kandidaten ist ein Signal

Wer wird Nachfolger von Joachim Gauck als Bundespräsident? Hier einige Namen, über die geredet wird.

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Bundespräsident Joachim Gauck.
Bundespräsident Joachim Gauck.Foto: dpa

Aus Respekt vor dem Amt ... Ja, da sagen sie immer, dass auf keinen Fall über den oder die geredet werden soll, die dem amtierenden Bundespräsidenten nachfolgen sollen. Aber in den Kulissen werden natürlich schon Namen genannt, eifrig sogar. Und das ist auch richtig so, denn es muss viel abgewogen werden, was Zeit braucht. Ein Mann, eine Frau, jünger, älter, parteilos oder parteifern, ehemaliger Staatsbediensteter oder eine Persönlichkeit, die dem Staat auf andere Weise gedient hat – um alles das geht es

Um die Wahl nach der Wahl sowieso: Im Februar kommenden Jahres wird der nächste Präsident gewählt, von der Bundesversammlung, im darauffolgenden September der nächste Bundestag, aus dem heraus der Bundeskanzler bestimmt wird. Von einer Koalition, so viel ist gewiss, weil keine Partei die absolute Mehrheit der Stimmen oder der Mandate erringen wird. Wer die heutigen Meinungsumfragen zugrunde legt, der sieht dann mehrere 20-Prozent-Parteien im Wettstreit miteinander. Das würde dann auch auf Bundesebene neue Dreiparteienbündnisse bedingen, zum Beispiel. Insofern ist die Auswahl des Präsidentschaftskandidaten in jedem Fall ein Signal. Das jetzt debattiert wird, weil es eingeht in die große Wahlkampfstrategie, so oder so. Parteiübergreifend. Was auch wieder für einen parteiübergreifenden, konsens-, aber auch politikfähigen Bewerber spricht. Einige Namen gefällig, die genannt wurden?

Trotz mancher Eitelkeitsvorbehalte

Christina Rau, Frau und Enkelin früherer Bundespräsidenten; sie aber wohl eher, um die öffentliche Reaktion auf eine Kandidatin aus solcher Richtung zu testen. Wolfgang Huber, der langjährige EKD-Vorsitzende, der heute schon Bundespräsident wäre, wenn Bundeskanzlerin Angela Merkel seinerzeit ihr Ja in ihrer Union hätte durchsetzen können. Oder Wolfgang Ischinger, ehemals Außenamtsstaatssekretär, Botschafter in Washington und London, Gesandter in Paris, Dayton-Friedensunterhändler und heute Vorsitzender der Münchner Sicherheitskonferenz. Gerda Hasselfeldt, CSU-Landesgruppenchefin, ist auch noch auf der Liste, und sei es, um Horst Seehofer deutlich zu machen, wie sehr ein auf Ausgleich bedachter Politikstil geachtet wird. Auch Norbert Lammert, der Bundestagspräsident, der seine Gabe der Rede sehr wohl einzusetzen weiß. Trotz mancher Eitelkeitsvorbehalte hier und dort.

Aus Respekt vor dem Amt werden sie alle nicht weiter darüber reden, ob sie gefragt worden sind. Höchstens hinter den Kulissen. Bis dann, nach den Wahlen in diesem September in Berlin und Schwerin einer oder eine auf die Bühne tritt. Und ganz bestimmt schon mal die Bundeskanzlerin, um ihre Wahl bekannt zu machen.

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