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Das Deutschlandstipendium ist ein Erfolg. Seit fünf Jahren gibt es dieses Stipendium. Eine Würdigung.

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Bundesforschungsministerin Johanna Wanka.
Bundesforschungsministerin Johanna Wanka.Foto: dpa

Über ein Instrument der Begabtenförderung wird viel zu wenig und viel zu wenig anerkennend gesprochen: das Stipendium. Dazu zählt ganz gewiss das Deutschlandstipendium, das es im Sommer seit fünf Jahren gibt. Ein kleines Jubiläum – und Anlass, es zu feiern. Denn dieses Stipendium ist das bis heute größte öffentlich-private des Landes. Deutschlandstipendiaten sind Talente, die herausragende Leistungen im Studium erzielen und sich gesellschaftlich engagieren, außerdem Bildungsaufsteiger, die sich ihren Weg an die Hochschule erkämpft haben.

Studierende werden einkommensunabhängig mit 300 Euro im Monat unterstützt. Eine Hälfte tragen private Förderer – Unternehmen, Stiftungen, Privatpersonen –, die andere Hälfte trägt der Bund. Insgesamt konnten die Hochschulen bis 2015 knapp 87 Millionen Euro private Mittel mobilisieren und bundesweit im vergangenen Jahr 24.276 Stipendiaten gefördert werden.

Von Jahr zu Jahr steigen die Zahlen. Die Hochschulen haben 2015 acht Prozent mehr Studierende mit einem Stipendium versehen als noch im Vorjahr. Das geht aus den aktuellen Daten hervor, die das Statistische Bundesamt soeben veröffentlicht hat. Allein im vergangenen Jahr haben etwa 7000 private Förderer 25,3 Millionen Euro für das Programm aufgebracht.

Ehrenamtliches Engagement

Bundesbildungsministerin Johanna Wanka freut das, weil „Staat und Gesellschaft gemeinsam Verantwortung für die junge Generation und die Zukunftsfähigkeit Deutschlands übernehmen“. Die CDU-Politikerin findet sogar, es sei eine „neue Stipendienkultur“ entstanden. Hochschulen und Förderer hätten die Chance erkannt, sich zu profilieren und in ihrer Region zu vernetzen.

Bei der Stipendienvergabe werden nicht nur Noten, sondern auch ehrenamtliches Engagement und die „Überwindung von Hürden im Lebenslauf“ berücksichtigt. Das Ministerium, unterstützt von einem Beirat, spricht von einem „ganzheitlichen Verständnis des Leistungsbegriffs“. Damit soll gewährleistet werden, dass die soziale Herkunft keine unüberwindliche Hürde darstellt. Die begleitende Forschung zeigt: Es gelingt, mehr Diversität zu schaffen.

Die größte Zahl von Stipendiaten gab es 2015 in Nordrhein-Westfalen, mehr als 7000, Berlin liegt bei 914. Bezogen auf den Anteil der geförderten Studierenden lag das Saarland vor Bremen und Sachsen. Berlin und Schleswig-Holstein belegen hier den vorletzten Platz, vor Hamburg. Aber die Zahl der Stipendiaten steigt stark, um 18 Prozent. 23 der 44 Hochschulen in der Hauptstadt bieten das Stipendium an, darunter alle großen.

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