Worst-Case-Szenario : Und wenn es doch Trump würde?

Was würde sich mit Donald Trump als Präsident ändern? Nicht nur in den USA sollte der schlimmste Fall durchdacht werden. Ein Kommentar.

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Donald Trump, republikanischer Präsidentschaftskandidat. Foto: REUTERS
Donald Trump, republikanischer Präsidentschaftskandidat.Foto: REUTERS

Donald J. Trump, Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika: Was das fürs Land bedeuten würde, für die Welt – man mag sich das vielleicht gar nicht so gern vorstellen. Aber man muss es. Denn ausgeschlossen ist es nicht.

Die Entwicklungen hier wie dort spielen ihm in die Hände. Was gerade in Europa insgesamt und besonders in Deutschland oder Frankreich geschieht, Trump instrumentalisiert es. Dass Deutsche unter ihm bei der Einreise „extrem“ gecheckt werden müssten, fordert Trump. Ein Schrecken! Wie viele Geschäftsleute zum Beispiel gibt es, die darauf angewiesen sind, hin und her jetten zu können, ohne dabei viel Zeit zu verlieren. Zeit ist Geld, wer sollte das besser wissen als Trump. Und die Einreiseerschwernisse werden auch die treffen, die aus Gewogenheit nach Amerika reisen, wie jetzt gerade Thomas de Maizière, der dort eigentlich seinen Urlaub verbringen wollte.

Aber mehr noch. Wie Trump über Freihandelsabkommen denkt, über die Nato – das ist, aufs Ganze gesehen, isolationistisch. Die deutsch- amerikanische Handelskammer wird im stillen Kämmerlein unruhig sein, und nicht sie allein. Trump ist kein Parteipolitiker, er sammelt die Unzufriedenen jeglicher Art. Daraus will er eine Bewegung machen, das macht ihn gefährlich. Zumal Gegenkandidatin Hillary Clinton und die Organisation um sie herum Fehler machen, die die Unzufriedenen noch bestärken. Bei Trump könnte gelten, was die einstige Allensbach-Chefin Elisabeth Noelle-Neumann einmal erforscht hat: Weil es ist nicht opportun ist, in diesem Fall für Trump zu sein, wird es verschwiegen – und am Ende wird er doch gewählt.

Worst-Case-Szenario

Und dann reiben sich alle die Augen, verwundert? Das darf nicht geschehen. Denn man kann es wissen. Trump ist und hat ein Programm voller Extreme, für Wirtschaft wie Politik in Europa die permanente Zumutung. Zusätzlich zu seiner Nato-Kritik: „Umweltextremisten“ sollen gestoppt werden, der Klimawandel ist ein Mythos, erneuerbare Energien wie Wind- und Wasserkraft sind Unsinn. Abtreibung ist in den USA grundsätzlich überall verboten, nur Mann und Frau sollen heiraten, die Diskriminierung Homosexueller wäre erlaubt. Jeder soll überall und offen Waffen tragen dürfen, Gesetze, die das behindern, sollen geändert werden. Und jedes Gesetz soll gottgefällig sein, die Bibel steht über der Verfassung. Wer’s nicht glaubt: „Republican Plattform 2016“, Seite 9.

Nicht nur die Nato-Missionen in Brüssel sollten sich ihre Antworten auf das „Worst-Case-Szenario“ überlegen.

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