BERLIN, aber oho : Capooi

Früher war Peter Kaiser im Marketing tätig, dann kam er nach Berlin. Der Umzug brachte ihn auf eine neue Geschäftsidee: die "Teppich-Renaissance".

Lukas Wohner
Peter Kaiser vor einem seiner Ausstellungsstücke. Foto: Lukas Wohner
Peter Kaiser vor einem seiner Ausstellungsstücke.Foto: Lukas Wohner

Perserteppiche sind momentan echte Ladenhüter, kaum ein großes Teppichhaus kommt ohne ein "Ausverkauf" im Schaufenster aus. Trotzdem hat sich Peter Kaiser vor einem halben Jahr entschieden, eben solche Teppiche zu verkaufen. Nur sind seine Teppiche nichts für Nostalgiker – die Läufer kommen in Knallpink, Blau oder Orange. Kaiser kauft Teppiche, die bis zu 50 Jahre im größten Teppichlager der Welt in Hamburg gelegen haben, und lässt sie einfärben. "Teppich-Renaissance" nennt er das. In seinem schlichten Showroom hat er über 50 bunte Teppiche auf dem Boden und an der Wand verteilt, der Quadratmeter kostet zwischen 300 und 350 Euro. Dazu liegen dort etwa 25 Farbmuster, denn viele von Kaisers Kunden lassen eigene Teppiche einfärben, Erbstücke zumeist. "Die kann man so schlecht wegschmeißen", sagt Kaiser. Die Kunden lassen sich dabei auf ein Experiment ein, denn das Ergebnis lässt sich nie genau vorhersagen. Dafür zahlen sie für eigene Stücke bloß den halben Preis. Der Teppich werde dann entstaubt und von Hand gewaschen, bevor er in einer Manufaktur in Hamburg neu eingefärbt werde, erklärt der Inhaber. Die Idee kam Kaiser übrigens bei seinem Umzug nach Berlin: Der alte Orientteppich wollte nicht so recht in die neue Wohnung passen. Er ließ ihn pink einfärben – allen Warnungen seiner Freunde zum Trotz – und erfreut sich bis heute an dem ungewöhnlichen Stück.

Chef: Peter Kaiser (62)

Branche: Einzelhandel

Mitarbeiter: 3

Gründungsjahr: 2013

Firmensitz: Torstraße 145, Mitte

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