BERLIN, aber oho : Not a Wooden Spoon

Michel Ferguson macht Möbel aus Brettern, die andere wegwerfen. Mancher Kunde lässt ganze Zimmer von ihm einrichten.

Ulrich Goll
Michael Ferguson in seiner Werkstatt in Lichtenberg.
Michael Ferguson in seiner Werkstatt in Lichtenberg.Foto: Ulrich Goll

Der Tischler Michael Ferguson liebt alte Dielenbretter. „Das Material hat einen besonderen Charme. Es wirkt freundlich und warm“, sagt er. Der Brite kauft es in größeren Mengen von Entrümplern oder auch Privatleuten. Und baut daraus Sitzbänke, Tische, Stühle, Kommoden und Küchen. Fertige Möbel bestreicht er mit Hartwachsöl. So fühlen sich die massiven Bretter seidenweich an.

Ferguson lernte sein Handwerk in Australien. „In Down Under gibt es eine alte Tradition, Möbel selber zu machen“, sagt er. Den kreativen Dreh mit den Dielenbrettern übernahm er von einem pensionierten Landwirt. Für Ferguson war das ein Erweckungserlebnis.

An der Eingangstür seiner Werkstatt in Lichtenberg hängt ein hölzerner Löffel. Früher verwendete er solche Löffel als Knauf für die Schränke. Wooden Spoon ist im Englischen aber auch eine Metapher für einen Trostpreis. „Von meinen Sachen ist man sicher nicht enttäuscht“, ist Ferguson überzeugt. Mit seiner Auftragslage ist er zufrieden. An einer Sitzbank arbeitet er eine Woche und berechnet dafür 1200 Euro. Mancher Kunde lässt ganze Zimmer bei ihm einrichten. „Ich liebe meine Arbeit. Ich möchte nichts anderes machen.“

Chef: Michael Ferguson (44)
Branche: Kunsthandwerk
Mitarbeiter: 1
Gründungsjahr: 2003
Firmensitz: Lichtenberg


Berlin hat gut 160 000 kleine Unternehmen. Jeweils eines davon stellen wir montags bis freitags vor.

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