BERLIN, aber oho : Sputnik

Das Sputnik-Kino in Kreuzberg hat einen außergewöhnlichen Charme. Nicht nur von der Altbau-Atmosphäre sind die Besucher begeistert, auch die Filme sind besonders. Blockbuster kommen hier nämlich nicht ins Haus, die Besucher erwarten anspruchsvolle Filme aus den Bereichen Kunst, Politik und Umwelt.

Chef: Andrea Stosiek (39)
Chef: Andrea Stosiek (39)Foto: Manuel Vering

Als das Sputnik-Kino 1988 in Kreuzberg eröffnet wurde, fehlte den Betreibern zunächst das Geld um passende Zuschauersessel zu kaufen. Die Lösung hierfür war inspiriert durch die Berliner Mauer und denkbar einfach: Aus Backsteinen und Mörtel wurden Kinositze gebaut, die noch heute Platz für 75 Zuschauer im Saal eins bieten. 2008 übernahm Andrea Stosiek das Sputnik. Das Programmkino zeigt laut der Betreiberin „alles was kein Blockbuster ist“. Mit seiner Lage im fünften Stock eines Altbaus bietet es einen beeindruckenden Blick über Berlin. Die Themenschwerpunkte liegen bei Kunst, Politik und Umwelt. „Wir zeigen aber auch anspruchsvolle Mainstream-Filme“, sagt Stosiek. Im Sputnik laufen gut gehende Streifen länger als in anderen Kinos üblich. Der Film „Searching for Sugar Man“ zum Beispiel wird bereits seit einem Jahr gezeigt, „das wird auch erst mal so bleiben.“ Die Eintrittspreise liegen, je nach Vorführungstag, zwischen 5,50 und 7,50 Euro. Einmal im Monat dürfen Filmemacher ihre Kurzfilme im Rahmen des „Open Screening“ dem Publikum präsentieren. Danach können die Zuschauer über die Qualität und den Inhalt der Filme diskutieren und die Streifen bewerten. Vom kommenden Freitag an findet bis nächsten Montag im Sputnik das Film-Festival „British Shorts“ statt, bei dem insgesamt 111 britische Kurzfilme gezeigt werden. Anschließend wird Livemusik gespielt – es darf getanzt werden.

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