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Thorsten Metzner über die Erfolgsstrategie der CDU und kriminelle Rentner

Die Spitzenmeldung auf der Homepage der brandenburgischen CDU, neben dem Foto von Chefin Johanna Wanka, lautet so: „Einen tollen Erfolg haben unsere Kandidaten am Sonntag bei den Landratswahlen in den Landkreisen Oberspreewald-Lausitz, Ostprignitz-Ruppin, Barnim, Spree-Neiße und Elbe-Elster errungen“. Nanu? Im Barnim lag doch SPD-Landrat Bodo Ihrke vorn. Die Union, die mangels Chancen gar keinen Kandidaten aufstellte, hatte den Sozialdemokraten unterstützt. Das ist offenbar eine listige neue Strategie: Auch in Frankfurt (Oder) tritt die Union, die dort seit Ewigkeiten das Stadtoberhaupt stellte, bei der Oberbürgermeisterwahl gar nicht mehr selbst an. Als Nächstes bietet sich für diese Nulllösung die Landeshauptstadt Potsdam an, wo Wanka ja bereits eine Kandidatur abgelehnt hat. Es wäre ein Erfolgsmodell: Die Christdemokraten picken sich überall den Favoriten raus – und stehen vor jeder Wahl als Sieger fest. Ohne Kampf, Kosten und Kummer – genial.

So ist er. Rainer Speer, SPD, der in Brandenburgs Regierung fast jedes Amt schon mal innehatte und diesmal Innenminister ist, pflegt eine drastische Ausdrucksweise. So auch jüngst, als Speer seine Polizeireform vorstellte. Da begründete er den nötigen Personalabbau auch damit, dass die Brandenburger immer weniger und älter werden. Freilich, noch sei die Frage „ungeklärt“, fuhr Speer fort, ob dies zu weniger Kriminalität führt oder „zu mehr“, weil dann „alte Menschen mit Krückstock aufeinander losgehen.“ Seine Berater zuckten schon zusammen, als Speer die Kurve kriegte: „Das ist aber nicht meine Erwartung.“

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