Boxen : 12jährige bei Ausritt brutal vergewaltigt

HENRYK HIELSCHER

Ein 12jähriges Mädchen aus Berlin ist am Donnerstag, dem 8. Juli, bei einem Reitausflug am ehemaligen Grenzstreifen in Großziethen vergewaltigt worden. Dies teilte die Polizei erst gestern mit. Die Berliner Schülerin ritt am frühen Nachmittag zwischen 16.30 Uhr und 17 Uhr über das flache Gelände, bis ein etwa 1,70 Meter großer Mann sie von ihrem Pony zerrte und brutal vergewaltigte. Obwohl die Polizei sofort nach der Tat eingeschaltet wurde, gibt es nach Angaben von Geert Piorkowski vom Polizeipräsidium Potsdam bisher kaum Erkenntnisse über den Täter.Ein Phantombild zeigt einen zwischen 30 und 35 Jahre alten Mann. Er hat dunkles, nackenlanges Haar und vermutlich einen Oberlippenbart. Nach Angaben der 12jährigen sprach der Täter normales Hochdeutsch und trug blaue Jeans und ein gelbes Sweatshirt mit Aufdruck. Nach der Vergewaltigung ist er mit einem gelben Fahrrad - wahrscheinlich einem Mountainbike - mit Gepäckträger, geradem Lenker und Schutzblechen in Richtung Berlin-Lichtenrade geflohen.Die Identität des Täters wurde noch nicht festgestellt. Zuerst würden jetzt unaufgeklärte Sexualstraftaten im Land Brandenburg auf einen möglichen Zusammenhang zu dem Verbrechen geprüft. "Doch ob die Ermittlungen in diese Richtung zu einem Erfolg führen, kann ich nicht sagen", erklärte Piorkowski. Die Polizei hofft auch auf Hinweise aus der Bevölkerung. Angaben zur Person des Mannes und zu dem Eigentümer des Fahrrads nimmt das Potsdamer Polizeipräsidium unter der Telefonnummer 0331 / 283 33 33 entgegen.Wie das Opfer planen viele Kinder in den ersten heißen Ferientagen eine Fahrt ins Berliner Umland. Doch nach dem grausamen Verbrechen stellt sich für die Eltern die Frage nach der Sicherheit ihrer Kinder. Christian Tänzler, Sprecher von "Tourismus Marketing Brandenburg", sieht für Ferienausflüge jedoch "allgemein keine besondere Gefahr". "Es ist in Brandenburg für Kinder nicht gefährlicher als in anderen Bundesländern", sagte er.Michael Kruse, stellvertretender Bundesgeschäftsführer vom Deutschen Kinderhilfswerk, warnt hingegen: "Das kann jeden Tag jedem Kind passieren." Kinder und Jugendliche sollten deshalb nur in der Gruppe oder unter Aufsicht eines Erwachsenen ins Umland fahren. "Bis zum Alter von 15 Jahren ist das angebracht", sagte Kruse. In der Schule und zu Hause solle auch immer wieder auf Gefahren aufmerksam gemacht werden. "Das gehört zur Pflicht von Lehrern und Eltern". Daß im vorliegenden Fall die Aufsichtspflicht verletzt wurde, wollte Kruse nicht ausschließen. Die Betreiber des Restaurants am Ponyhof in Großziethen, bei denen die 12jährige wahrscheinlich das Pony gemietet hatte, waren zu keiner Aussage bereit.

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