Boxen : 700 Vermittlungen wurden überprüft

Eine Prüfgruppe des Landesarbeitsamtes Berlin-Brandenburg hat in dieser Woche am Arbeitsamt Frankfurt (Oder) 700 Vermittlungsfälle untersucht. Ein endgültiges Ergebnis der Kontrolle stehe noch aus, teilte die Frankfurter Behörde am Freitag mit. Der Prüfbericht werde dem Vorstand und dem Präsidenten der Bundesanstalt für Arbeit vorgelegt.

Der Bundesrechnungshof in Bonn hatte die Statistiken in fünf Arbeitsämtern, darunter Frankfurt, untersucht und war zu dem Schluss gekommen, dass 70 Prozent der Vermittlungen fehlerhaft gebucht waren. Grundlage waren in Frankfurt 40 Fälle, in denen das dortige Arbeitsamt den erfolgreichen Abschluss eines Arbeitsvertrages oder einer Ausbildung vermerkt hatte. Die Ergebnisse wurden dann hochgerechnet. Aufgrund der Unstimmigkeiten hatte das brandenburgische Landesarbeitsamt 13 Prüfer in die Oderstadt geschickt.

Der Präsident des Landesarbeitsamtes Berlin-Brandenburg, Klaus Clausnitzer, führte die Vorwürfe auf eine "engere Auslegung" der Gesetze durch den Rechnungshof zurück. "Wir werten auch das erfolgreiche Zusammenbringen von Arbeitssuchenden mit Arbeitgebern, auch wenn kein Stellenangebot vorlag", sagte er.

In Deutschland würden offensichtlich immer erst große Studien und Prüfberichte gebraucht, ehe man seit langem vermuteten Tatsachen ins Auge sehe, rügte der Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Potsdam, Wolfgang König.

Im Arbeitsamtsbezirk Frankfurt (Oder) gibt es rund 44 500 Arbeitslose; die Arbeitslosenquote beträgt 18,6 Prozent. Das Amt vermittelte laut Direktor Konrad Tack im vergangenen Jahr 22 500 Stellen. Insgesamt haben sich 30 000 Arbeitslose abgemeldet. Konkret äußerte sich der Behördenchef zu den Vorwürfen des Rechnungshofes bisher nicht. dpa

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