Boxen : Alleenstreit beigelegt: Für "ökologisch hochwertige Grünanlagen"

Nach langem Streit haben sich das Brandenburger Umwelt- und das Verkehrsministerium zum Schutz der Alleen geeinigt. Danach werden bei der Neutrassierung von etwa 900 Kilometer Alleen, die als Hauptverkehrsstraßen dienen, künftig keine Bäume mehr gepflanzt. Stattdessen werde es "ökologisch hochwertige Begrünungsmaßnahmen" geben, hieß es gestern.

Im Gegenzug werden bei Alleen mit Baumbestand, der insgesamt noch mehrere Jahrzehnte lebensfähig ist, einzelne Bäume bei Bedarf in der bisherigen Flucht nachgepflanzt. Bei Bundes- und Landesstraßen, die nicht dem Hauptverkehr dienen, werden neue Bäume im Abstand von viereinhalb Metern gesetzt. Auf diesen Straßen ist die zulässige Höchstgeschwindigkeit künftig auf 80 Stundenkilometer begrenzt. Mit Festlegung dieser Eckpunkte, die Ende Oktober in einem Erlass münden sollen, beendeten beide Ministerien einen monatelangen Streit um die Zukunft der brandenburgischen Alleen. Experten im Verkehrsministerium wollten ursprünglich bei Neuanpflanzungen einen Abstand von mindestens zehn Metern zur Straße festlegen. Umweltschützer waren nach Bekanntwerden gegen die internen Pläne Sturm gelaufen und hatten von einem Ende der Alleen in Brandenburg gewarnt.

"Zur Vertrauensbildung" sollen deshalb jetzt jährlich regionale Bilanzen von Fällungen und Neupflanzungen auf Kreisebene erstellt werden. Daneben ist die regionale Bekanntmachung entsprechender Pläne vorgesehen. Verkehrsminister Hartmut Meyer (SPD) erklärte, der geplante Erlass beseitige Unsicherheiten beim Alleenschutz und daraus entstehende Unstimmigkeiten. Umweltminister Wolfgang Birthler (SPD) betonte, die Alleen als Herzstück Brandenburgs müssten erhalten bleiben.

Die Alleen-Diskussion hat ihre Ursache vor allem in den vielen Straßenunfällen. Im vergangenen Jahr starben 219 Menschen in Brandenburg dadurch, dass das Fahrzeug beim Unfall gegen einen Baum prallte.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben