Boxen : Angst vor Hochwasser wächst

-

Wittenberge/Mühlberg - In der Prignitz wachsen die Sorgen vor einem lang anhaltendem Hochwasser der Elbe. Bisher sind seit der letzten Flut erst 70 Prozent der Deiche saniert worden. Auf 75 Kilometer Länge schützen in dem Landkreis Erdwälle die Landschaft vor einer Überflutung. Der Anstieg der Pegel kommt also im unpassenden Moment und viel zu früh. Experten vom Landesumweltamt sorgen sich vor allem vor der prognostizierten langen Dauer des Hochwassers. Dessen Druck könnte gerade die noch nicht durchgehend modernisierten Deiche stark belasten und diese im schlimmsten Fall sogar wegdrücken.

Der höchste Wasserstand wird in der Prignitz aber erst für Ende dieser Woche erwartet. Am Donnerstag inspizieren Landwirtschaftsminister Dietmar Woidke (SPD) und der Präsident des Landesumweltamtes, Professor Matthias Freude, zusammen mit dem regionalen Krisenstab die kritischsten Stellen. Die größte Aufmerksamkeit gilt dem Raum Lenzen im Dreiländereck zwischen Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen. Hier wird derzeit der alte Deich einige hundert Meter ins Landesinnere verlegt, um mehr Überflutungsflächen zu gewinnen. Die im September begonnenen Arbeiten konnten erst in den vergangenen Tagen wieder aufgenommen werden.

Im 70 Kilometer nördlich von Dresden gelegenen Mühlberg blieb die Lage gestern stabil. Der Pegel zeigte konstant 8,34 Meter an. Bis zur Deichkrone fehlen anderthalb Meter. Am Mittwoch soll das Hochwasser auf 8,60 bis 8,80 Meter steigen. Damit wären die Richtwerte für die höchste Alarmstufe vier erreicht. Bundeswehrsoldaten halten sich bereits in Doberlug-Kirchhain in Bereitschaft.

Schon im August 2002 konnte eine Überflutung der brandenburgischen Anrainerflächen nur durch die Bundeswehr verhindert werden. An der Oder blieben die Wasserstände im Bereich der niedrigsten Warnstufe 1. Auch für die Spree in Südbrandenburg und die Havel bei Rathenow gilt weiter die Warnstufe 1. Ste.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben