Boxen : Anteilnahme in Brandenburg: Alarmbereitschaft bleibt bestehen

Michael Mara

Die Sicherheitsmaßnahmen nach den Terroranschlägen in den USA bleiben auch in Brandenburg vorerst verschärft. Wie Innenminister Jörg Schönbohm (CDU) gestern nach einer weiteren Sitzung des Krisenstabes am Mittwoch mitteilte, sind 300 zusätzliche Polizisten im Einsatz, um jüdische Einrichtungen und Friedhöfe sowie den Flughafen Schönefeld besonders zu überwachen. Zusätzlich ist erhöhte Einsatzbereitschaft angeordnet worden. Man könne die Polizeipräsenz jederzeit "weiter hochschrauben", so der Minister. Falls nötig, könnten Brandenburger Sicherheitskräfte kurzfristig in Berlin eingesetzt werden.

Schönbohm betonte, dass es in Brandenburg keine akute Gefährdung gebe. Ausländerextremismus spiele hier praktisch keine Rolle. Im jüngsten Verfassungsschutzbericht hieß es hierzu: "Die extremistischen Ausländerorganisationen haben in Brandenburg - anders als in den westdeutschen Bundesländern und Berlin - noch keine durchgebildeten Strukturen mit fest umrissenen Zuständigkeiten und Befugnissen aufzubauen vermocht." Bislang seien diese Organisationen, auch die mitgliederstärksten, in Brandenburg nur mit Einzelmitgliedern präsent. Deren Zahl steige jedoch stetig.

Die Potsdamer Polizei bestätigte, dass sie wegen anti-amerikanischer Schmierereien gegen Unbekannt ermittelt. Am "Haus der Wirtschaft" wurden nach dem Terroranschlag Dienstagabend Parolen "Fuck USA" gesprüht. Ein Mitarbeiter des Büro-Komplexes, in dem zahlreiche Wirtschaftsverbände ihren Sitz haben, hatte dies kurz nach Mitternacht festgestellt. Die Polizei wurde erst um 5.13 Uhr alarmiert, was die Ermittlungen erschwere, sagte Sprecherin Angelika Christen. Unterdessen sind auch in Brandenburg viele öffentliche Veranstaltungen unter dem Eindruck der Terroranschläge abgesagt worden: So wurde die festliche Eröffnung der Truman-Villa in Potsdam verschoben. Das Gebäude, in dem die FDP-nahe Friedrich-Naumann-Stiftung residiert, diente dem US-Präsidenten Harry S. Truman während der Potsdamer Konferenz der Alliierten 1945 als Amtssitz.

Die Landesregierung rief ihre Mitarbeiter dazu auf, heute um zehn Uhr für fünf Minuten die Arbeit ruhen zu lassen, um der Opfer zu gedenken.

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