Armin Laschet : „Die Pauschalisierung nervt“

Armin Laschet verteidigt sein umstrittenes Interview.

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Foto: ddpddp

Herr Laschet, werden Sie weiter behaupten, dass Neuköllns Bürgermeister Heinz Buschkowsky alle Hartz-IV-Empfänger pauschal als Säufer beschimpft hat?



Nein, ich werde mich natürlich an den Beschluss des Berliner Kammergerichts halten und das nicht mehr wiederholen – obwohl es ein Streit um des Kaisers Bart war.

Warum?

Weil er lediglich darum geführt wurde, ob man Unterschicht mit Hartz-IV-Empfängern gleichsetzen kann. Aber gerade Hartz-IV-Empfänger haben sich von Buschkowsky angesprochen gefühlt.

Das behaupten Sie.

Das kann ich auch beweisen. In der Nähe von Aachen, im Kreis Heinsberg, gab es ja sogar eine Demonstration von Hartz-IV-Empfängern gegen Buschkowsky – nach seinem Interview im Tagesspiegel. Das bedeutet doch, dass sich viele Menschen angesprochen fühlten. Dabei bin ich in der Sache Betreuungsgeld doch sogar seiner Meinung.

Also gegen die Auszahlung eines Betreuungsgeldes?

Ja, ich plädiere stattdessen dafür, die Kindererziehungszeiten für die Rente anzuerkennen. Dieses Geld kann man nicht versaufen.

Also hat Buschkowsky doch recht?

Nein, absolut nicht. Mir geht dieses pauschale Beschimpfen von Menschen auf die Nerven. Nicht jeder in der deutschen Unterschicht säuft und viele in der migrantischen Unterschicht sind gar nicht nur auf die alte Heimat fixiert. Und sowohl Deutsche wie Migranten kümmern sich oft liebevoll um ihre Kinder – Vernachlässigung gibt es auch in der sogenannten Mittelschicht. Auch da landet nicht jeder Euro an Sozialleistungen, der mehr gezahlt wird, bei den Kindern. Ich weiß nicht, warum Sozialdemokraten bei diesen Themen immer so ausfallend werden müssen.

Sie könnten gegen den Beschluss eventuell noch beim Bundesgerichtshof vorgehen …

Mal sehen. Eigentlich ist mir das zu albern. Ich heiß’ ja nicht Buschkowsky.

Das Gespräch führte Sandra Dassler.

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