Boxen : Artenschutzprogramm für Birkhuhn: Der schwarze Ritter der Moore und Heiden

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Da lachen ja die Hühner? Von wegen! In Brandenburg hat zumindest das Birkhuhn schon lange nichts mehr zu lachen, so dass die Großtrappe grüßen lässt: Denn nur "eine Handvoll" Birkhühner gibt es heute noch im Lande, und zwar im Südosten. Aber das soll anders werden. Umweltminister Wolfgang Birthler - auch für die Vermehrung bedrohter Flora zuständig - hat jetzt ein extra Artenschutzprogramm für das Birkhuhn aufgelegt. Ein ganz besonderer Vogel: "Wegen seines eigentümlichen Balzverhaltens" (Birthler) wird es "als schwarzer Ritter der Moore und Heiden" bezeichnet. Die Birkhähne, so schwärmen Naturschützer, liefern sich um die Gunst der Hennen ritualisierte Kämpfe, die an mittelalterliche Turniere erinnern. Man merke: Der "scharze Ritter" ist ein Moorhuhn. Obwohl einst tatsächlich eine begehrte Jagdtrophäe, haben nicht die Jäger den "schwarzen Ritter" auf dem Gewissen, wie Birthlers Experten erklären: Vielmehr hätten intensive Land- und Forstwirtschaft den Lebensraum der Birkhühner immer mehr eingeschränkt, die weite Luch- und Heidelandschaften beanspruchen. Paradox: Die letzten märkischen Exemplare konnten nur auf Truppenübungsplätzen überleben. Da die Truppen weg sind, suchen die Naturschützer jetzt auch jetzt für das Birkhuhn nach "Ersatzpflegern" der Heide - so durch eine landwirtschaftliche Nutzung des Heidekrauts, das für Filteranlagen verwendet werden kann. Aber auch ein Waldbrand ab und zu kommt, wie zu hören war, diesem "Kastrophenvogel" ganz gelegen.

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