Boxen : Auch die Kanzler-Suite wurde zerstört

Wo sich nicht nur die Bayern wohl fühlten: Das Hotel „Zur Bleiche“ gilt als erfolgreichstes Landhotel in Brandenburg

Bernd Matthies

Das Hotel Zur Bleiche, entstanden aus einem DDR-Ferienheim, gilt gegenwärtig als das mit Abstand erfolgreichste und am besten ausgelastete Landhotel Brandenburgs. Die 90 Zimmer und Suiten an einem Seitenarm der Spree sind vor allem am Wochenende meist über mehrere Monate ausgebucht. Nach der Eröffnung war das Hotel zunächst Mitglied der Romantik-Gruppe, seit dem Austritt 2003 firmiert es als selbstständiges „Resort&Spa“. Die am Mittwoch niedergebrannte Landtherme war der wichtigste Anziehungspunkt des Hauses, das in allen wichtigen Publikationen Höchstnoten erhielt und kürzlich von der Stiftung Warentest als eines von zwei deutschen Vier-Sterne-Hotels mit Wellness-Schwerpunkt als „gut“ beurteilt wurde. Das Restaurant „17fuffzig“ gilt gegenwärtig als bestes in Brandenburg.

Eigentümer des Privathotels sind Heinrich-Michael und Christine Clausing, die das Gelände 1993 von der Treuhand übernommen hatten. Clausing stammt aus einer Garmischer Hoteliersfamilie; er hatte zunächst das dortige Posthotel geführt und war nach dessen Verkauf als Berater nach Berlin gekommen. Erstes Aufsehen erregte das Hotel, als die Fußballer von Bayern München mehrfach dort abstiegen. Später wohnte auch Bundeskanzler Schröder einmal in einer der großen, nun zerstörten Suiten über der Therme.

Anfangs bestand der Komplex nur aus zwei getrennten Gebäuden, die nach und nach durch zahlreiche Erweiterungen und Anbauten zu einem geschlossenen Ensemble zusammenwuchsen. Die Landtherme wurde 1996 völlig neu erbaut, was allerdings Uneingeweihten kaum auffiel, da das alte Scheunengebäude anderswo komplett abgebaut und auf das Hotelgelände gebracht worden war. Es wurden beim Bau fast ausschließlich Naturmaterialien eingesetzt, beispielsweise Schilfmatten an den Decken – möglicherweise ein Grund für die schnelle Ausbreitung des Feuers.

Der Name des Hauses erinnert an die Zeit um 1750, als auf den Wiesen an der Spree Leinen gebleicht wurde, teilweise im Auftrag Friedrichs des Großen.

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