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Aus Manege geflohen : Ausgebrochene Löwin in Gartenkolonie erschossen

In Neuruppin ist am Freitag eine Löwin während einer Zirkusvorstellung geflüchtet. Die Polizei suchte das Tier mit sechs Streifenwagen und erschoss es in einer Gartenkolonie.

Die Löwin ist tot. Ein aus einem Zirkus ausgebrochenes Tier wurde von der Polizei am Ruppiner See erschossen.
Die Löwin ist tot. Ein aus einem Zirkus ausgebrochenes Tier wurde von der Polizei am Ruppiner See erschossen.Foto: Polizei

Die 100 Gäste des Raubtier-Zirkus Humberto kamen mit dem Schrecken davon: Am Freitagnachmittag brach mitten in der Show eine Löwin aus. Wenig später sichteten Suchtrupps der Polizei das gefährliche Tier in einer Gartenkolonie und streckten es mit mehreren Schüssen aus einem Gewehr nieder. Menschen kamen nicht zu Schaden.

„Nach Absprache mit dem Zirkus haben wir das Tier erschossen“, sagte ein Polizeisprecher. Zirkusdirektor Joschi Ortmann (54) stand nach dem Vorfall unter Schock. „Es gab keinen anderen Ausweg: Bevor einem Menschen etwas passiert, habe ich der Tötung zugestimmt“, sagte er. „Ich wollte kein Risiko eingehen. Menschenleben gehen vor.“ Die Vorstellung am Abend wurde abgesagt, am heutigen Samstag wollen die Zirkusleute wieder auftreten – allerdings zunächst ohne Raubtiershow.

Um 15 Uhr ging am Freitag die Familienvorstellung auf dem Käthe-Kollwitz-Platz in Neuruppin los. Eine Stunde später, die Löwen-Show war gerade vorbei, führte Dompteur Ortmann seine Tiere aus der Manege. Die dreieinhalbjährige Löwin Nala aber wollte nicht in den vergitterten Tunnel, der in die Käfige führt. Sie stürmte direkt auf Ortmann zu, der an einer Tür für den Dompteur stand. Das Tier habe ihn angegriffen, berichtete Ortmann Seine Frau und sein Sohn seien zur Hilfe gekommen und hätten die Tür geöffnet. Aber die mächtige Löwin war flinker, drängte den Mann einfach beiseite und brach aus. Vom Zirkuszelt rannte Nala direkt in ein angrenzendes Wohngebiet und dann weiter in die Gartenkolonie. Auch ein zweiter Löwe wollte ausbüchsen und eilte hinterher, konnte allerdings noch rechtzeitig abgefangen werden. Die Polizei rückte mit sechs Einsatzwagen an und verfolgte Löwin Nala. Schließlich entdeckten sie das Raubtier, es hockte auf einer Wiese am Ruppiner See, die zur Gartenkolonie gehört.

„Sie war schon immer ein wenig schwierig, ich bin mit dem Tier aber klargekommen“, berichtete Joschi Ortmann. Gestern sei Nala äußerst aggressiv gewesen. „Es ist Brunftzeit, die Tiere werden rollig“, sagte Ortmann.

Die Polizei prüft nun, ob gegen den Zirkus Ermittlungen aufgenommen werden. Zum jetzigen Zeitpunkt sehen die Beamten allerdings keinen Anhaltspunkt für eine Straftat. Auch das städtische Ordnungsamt ist eingeschaltet. Es ist nicht der erste Zwischenfall mit einem Zirkustier in Brandenburg: Schmerzhaft endete kürzlich für zwei Spaziergänger die Begegnung mit einem ausgebrochenen Kamel in Teltow. Dieses biss und trat um sich. Zuvor war dort schon einmal ein Kamel ausgebrochen.

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