Boxen : Autobahnpolizisten sind bald täglich blau

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Von C.-D. Steyer

Michendorf. Die Polizei steht künftig auf blau. Die von Uniformen und Autos bekannte grüne Farbe verschwindet Schritt für Schritt. Grund ist das angestrebte einheitliche Auftreten der Ordnungshüter im vereinten Europa. Den Anfang in Deutschland macht ab 1. Juli die neu ins Leben gerufene Brandenburger Autobahnpolizei. Zwölf Fahrzeuge rollen dann mit überwiegend blauer Oberfläche und dem hellen Schriftzug „POLIZEI“ zu ihren Einsätzen.

Bislang klebt auf der Reflexsilbermetallic-Lackierung der Polizei-Autos vom Typ VW-Passat ein minzgrüner Folienbezug. Bei der Anschaffung dieser Fahrzeuge hatte das Brandenburger Innenministerium auf eine komplette grüne Farbgebung von vornherein verzichtet. Allerdings stand hier kein Hellseher Pate, sondern eher der Zwang zum Sparen. Der Wiederverkaufswert der gebrauchten Streifenwagen sollte erhöht werden. Für Autos im „Polizeigrün“ hält sich die Nachfrage erfahrungsgemäß in Grenzen. Insgesamt erhält die Brandenburger Autobahnpolizei nach Auskunft des Innenministeriums 42 blaue Fahrzeuge.

Das Bundesland verdankt seine nun bevorstehende bundesweite Pilotrolle eigentlich seiner Langsamkeit. Denn mehr als zehn Jahre lehnte die Landesregierung eine Autobahnpolizei ab. Erst nach dem Antritt von Jörg Schönbohm (CDU) wendete sich das Blatt. Als Innenminister setzte er gegen den Widerstand der Gewerkschaft die Polizeireform durch, die die Zahl der Präsidien von fünf auf zwei reduzierte. Gleichzeitig veranlasste er die Gründung der Autobahnpolizei.

Autobahnamt und Automobilclubs erhoffen sich von den „blauen Jungs“ mehr Professionalität. Bei Unfällen, Schäden an den Fahrbahnen oder langen Staus wurden bisher die zuständigen Beamten des jeweiligen Schutzbereiches gerufen. Doch oft fehlte die nötige Qualifikation. „Wer vormittags Hühnerdiebe jagt, kann am Nachmittag keinen Unfall mit Toten und Verletzten aufklären“, lautete einmal der bissige Kommentar eines hohen Beamten der Autobahndirektion.

Vorerst werden sechs Autobahnpolizeiwachen eingerichtet. 365 Beamte teilen sich künftig den Dienst. Sie sollen das Gefühl von mehr Sicherheit vermitteln, durch eine gewisse Abschreckung die Unfallzahlen verringern und Kriminalität gerade auf Parkplätzen bekämpfen. Über die Notrufsäulen sind die Blauen ab 1. Juli jederzeit zu erreichen.

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