• Beelitz-Heilstätten vor dem Konkurs: Krise des Unternehmers Roland Ernst behindert Weiterentwicklung des 200 Hektar großen Areals

Boxen : Beelitz-Heilstätten vor dem Konkurs: Krise des Unternehmers Roland Ernst behindert Weiterentwicklung des 200 Hektar großen Areals

Henry Klix

Von der Krise des Baulöwen Roland Ernst ist nun auch die Beelitz Heilstätten GmbH & Co KG mit Sitz in Teltow in Mitleidenschaft gezogen. Wie Rechtsanwalt Christoph Schulte-Kaubrügger aus Berlin bestätigte, wird derzeit die Vermögenslage der Roland-Ernst-Tochter geprüft. Er gehe davon aus, dass noch im Januar das Insolvenzverfahren eröffnet wird. Die genaue Schuldenlast stehe zwar noch nicht fest, bewege sich aber voraussichtlich im achtstelligen Bereich. Neben Roland Ernst hält sein Sohn Falk etwa 10 Prozent der Gesellschaft.

Nach dem Abzug der russischen Streitkräfte hatte die Roland-Ernst-Tochter 1995/96 das 200 Hektar große Areal der Beelitzer Heilstätten übernommen. Die 60 unter Denkmalschutz stehenden Gebäude im englischen Landhausstil wurden zwischen 1898 und 1930 als Klinik und Sanatorium errichtet und seit 1945 zum Teil als Militärlazarett der Sowjet-Armee genutzt. Sie befinden sich größtenteils in einem desolaten baulichen Zustand. In die Entwicklung und Erschließung des Areals hat die Gesellschaft nach eigenen Angaben bereits 160 Millionen Mark gesteckt, von denen dem Vernehmen nach ein beträchtlicher Anteil Beraterhonorare waren. Der allgemeine Einbruch in der Immobilienbranche und Sparmaßnahmen im Gesundheitswesen erschwerten jedoch ursprüngliche Pläne zur Schaffung von 1000 Arbeitsplätzen, überwiegend im Gesundheitssektor.

Wie Schulte-Kaubrügger betonte, sei man bemüht, die Entwicklung wie geplant fortzuführen, wobei er Abweichungen vom ursprünglichen Konzept eines Wohn- und Gewerbeparks nicht ausschließen wollte. Weitere Investitionen seien zur Schadensbegrenzung notwendig. Die Gespräche mit den beteiligten Kreditinstituten würden aber noch laufen.

Der Beelitzer Bürgermeister Thomas Wardin wandte sich gegen das "Verscherbeln einzelner Objekte, um Gläubiger auszuzahlen". Die Heilstätten müssten weiter im Komplex entwickelt werden, das sei für alle Gläubiger der bessere Weg. "Ich bin der Überzeugung, dass der Standort große Chancen hat", sagte Wardin.

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