Bistum : Hagens' "Tabubruch" in Guben nicht hinnehmen

Die Katholische Kirche hat ihre Kritik an dem in Guben eröffneten Plastinarium des umstrittenen Anatoms Gunther von Hagens bekräftigt. Sie fordert eine gesellschaftliche Diskussion über den Umgang mit Toten.

Guben/Görlitz - Der Diözesanadministrator des Bistums Görlitz, Prälat Hubertus Zomack, forderte die Christen dazu auf, den "Tabubruch im Umgang mit den Toten nicht hinzunehmen". Dieser "Paradigmenwechsel in der deutschen Totenkultur" bedürfe eines breiten gesellschaftlichen Diskurses über die Würde menschlichen Lebens und dem Umgang mit Sterben und Tod.

Zugleich kritisierte Zomack jene Politiker, die neue Arbeitsplätze höher bewerteten als die Würde des Menschen. Das verständliche Anliegen, in einer strukturschwachen Region Innovationen zu fördern, dürfe nicht dazu führen, dass das Recht der Toten auf eine ehrenvolle Bestattung mit Füßen getreten werde, sagte er. Zudem sehe er verfassungsrechtliche Probleme.

Die katholische Pfarrgemeinde von Guben gehört zum Bistum Görlitz. Diözesanadministrator Zomack verwaltet das Bistum seit Juni 2006, als Bischof Rudolf Müller in den Ruhestand getreten war. Hagens hatte am 16. November in Guben seine Schauwerkstatt Plastinarium eröffnet. (tso/ddp)

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