Boxen : Brandanschlag auf Wohnwagen: Roma blieben unverletzt

Frank Jansen

Zum zweiten Mal innerhalb von zwei Wochen ist in der Region Königs Wusterhausen ein Brandanschlag verübt worden, für den möglicherweise Rechtsextremisten verantwortlich sind. In der Nacht zu gestern warfen Unbekannte mehrere Flaschen mit brennbarer Flüssigkeit auf eine Wohnwagensiedlung von Roma an der Grenze zwischen Wildau und Königs Wusterhausen. Die Brandsätze zündeten nicht, die Roma kamen mit dem Schrecken davon. Ein Auto wurde durch den Aufprall einer Flasche beschädigt. Trotz des geringen Schadens hält das Polizeipräsidium Potsdam den Anschlag für so schwerwiegend, dass eine neunköpfige Sonderkommission namens "Wiese" zusammengestellt wurde. Inzwischen fand die Polizei mehrere, zumeist zertrümmerte Bierflaschen. Entdeckt wurde auch die Stelle, an der die brennbare Flüssigkeit in die Flaschen gefüllt worden war.

Erst in der Nacht zum 14. Juli hatten Unbekannte mehrere Brandflaschen gegen eine Freilichtbühne in Königs Wusterhausen geworfen, auf der sechs junge Linke übernachteten. Damals entzündeten sich die Brandsätze, doch die Flammen konnten von den jungen Leuten erstickt werden. Auffällig ist, dass beide Anschläge zwischen 3 Uhr 30 und 4 Uhr morgens verübt wurden. Bislang hat sich niemand zu den Taten bekannt. Unterdessen wurde nach dem Anschlag auf die Bühne Kritik an den Ermittlungen laut. Die zum Tatort gekommenen Beamten hätten aus sichergestellten Flaschen den Brandbeschleuniger ausgekippt, sagt gestern einer der Attackierten. Er war auf der Bühne nur knapp den heranfliegenden Brandsätzen entgangen. Beim Polizeipräsidium Potsdam hieß es, der Vorwurf sei bekannt und werde geprüft.

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