BRANDENBURG : CDU behauptet die Havelstadt

Bürgermeisterin Tiemann verteidigt Stadt Brandenburg

Thorsten Metzner

Brandenburg/Havel - Es ist ein leiser Triumph der Dietlind Tiemann, aber ein deutlicher: „Wir haben auf unsere eigenen Leistungen gesetzt, und uns gegen den Landes- und Bundestrend behauptet“, sagt das CDU-Stadtoberhaupt. „Es ist unser ureigenes Ergebnis. Und das macht uns stolz.“ Es ist kurz nach 22 Uhr nach diesem Wahltag, der hier zum Krimi wurde. Gerade ist es, wenn auch vorläufig, amtlich: Die CDU ist in der Arbeiterhochburg Brandenburg an der Havel wie bereits 2003 erneut stärkste Kraft bei der Kommunalwahl geworden – mit 30 Prozent vor der SPD mit 27 Prozent und Linken mit 24 Prozent. Allerdings hatte die CDU 2003 mit 37 Prozent gewonnen.

Für Tiemann ist es gleichwohl eine erneute Bestätigung des Erfolgskurses, auf den sie die von 1990 bis 2002 von SPD-Stadtvätern heruntergewirtschaftete Stadt geführt hat. „Wir haben gehalten, was wir 2003 versprochen haben.“ Der Neustädtische Markt in der Stadtmitte sei keine ewige Baugrube mehr, sondern ein lebendiger Platz. Man habe Firmen angesiedelt, die Arbeitslosigkeit gesenkt, den Zuschlag für die Bundesgartenschau 2015 sogar gegen Widerstände der eigenen Landesregierung erkämpft. Und klare Mehrheiten seien von Vorteil, so Tiemann: Die Verwaltung sei in der letzten Legislatur nur mit einer von 1123 Vorlagen durchgefallen

Trotzdem sei der CDU-Wahlsieg „phänomenal“, sagt Tiemann. Schließlich habe die SPD noch einmal alle Prominenz aufgeboten. So habe Landtagspräsident Gunter Fritsch hier für das Stadtparlament kandidiert. „Es ist der Wahlkreis, wo Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier bei der Bundestagswahl antritt.“ Auch Matthias Platzeck und zuletzt Müntefering hatten sich im Wahlkampf ins Zeug gelegt. Und die SPD konnte gegenüber der letzten Wahl auch ein paar Prozentpunkte zulegen. Landtagspräsident Gunter Fritsch (SPD) freute sich über die Zugewinne. „Es gibt im Stadtparlament jetzt eine Mehrheit links von CDU und FDP. Die CDU kann nicht mehr so leicht durchregieren, gemeinsame Lösungen sind stärker gefragt.“Thorsten Metzner

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben