Brandstiftung : Anschlag gegen "Stalker von Prenzlau"

Nachdem er Menschen bedrohte und verfolgte, wird ein offenbar Verwirrter Opfer eines Brandanschlags.

Prenzlau/Templin – Auf frischer Tat hat die Polizei in Prenzlau einen mutmaßlichen Brandstifter festgenommen. Eine Streife war durch Feuer in einem Wohnhaus aufmerksam geworden und verhinderte die Flucht des 25-jährigen Mannes. Über die Höhe des Schadens konnten noch keine Angaben gemacht werden.

Die Brandstiftung ist Stadtgespräch in Prenzlau; denn das Haus gehört einem möglicherweise verwirrten Mann aus Berlin, der seit mehreren Wochen in Prenzlau und Templin sein Unwesen treibt. Die Polizei kommt mit der Aufnahme von Anzeigen kaum hinterher, obwohl die zuständige Staatsanwaltschaft Neuruppin schon vor längerer Zeit eine Anklage wegen Stalkings, Bedrohung, Hausfriedensbruch, Nötigung und anderer Delikte verfasst hat.

An seinem jetzt durch den Brand beschädigten Haus in Prenzlau prangen zwei große Buchstaben: SS – das soll allerdings nach Aussage von Dirk S. nur eine Abkürzung des Namens seiner Katze „Sonja S.“ sein. Daneben ruft er in großen Lettern zum Kampf gegen „Tierquäler, entartete Kinderschänder und arrogante Staatsdiener“ auf.

Erst kürzlich hatte er ein großes Messer in das Armaturenbrett seines Autos gesteckt und dieses provokativ in der Nähe einer Kindertagesstätte abgestellt. Ein anderes Mal verlangte er mitten in der Nacht vom Angestellten einer Tankstelle die Herausgabe von Geld und drohte, mit seinem Auto in den Verkaufsraum zu fahren.

Die Polizei musste auch eingreifen, als der 51-Jährige mit seinem Wagen auf den Polizeihof gegenüber dem Wochenendhaus der Bundeskanzlerin in Hohenwalde bei Templin gefahren war. Er konnte sich nicht ausweisen und wollte auch den Kofferraum nicht öffnen. Die Beamten witterten Gefahr und brachten das Auto auf die Polizeiwache. Dort sägten Bombenspezialisten den Kofferraum auf, stießen aber lediglich auf einige Böller.

„Trotz der zahlreichen Vorkommnisse können wir den Mann nicht einfach wegsperren“, sagt Hans-Joachim Esche, Direktor des Amtsgerichtes Prenzlau. „Zuerst müssen wir seine Schuldfähigkeit prüfen, um ihn entweder zu verurteilen oder anderweitig unterzubringen.“ Deshalb sei bei einem Sachverständigen ein Gutachten in Auftrag gegeben worden. Dieses werde in den nächsten Tagen erwartet.

Bei dem „Stalker von Prenzlau“ soll es sich um einen 1958 in Moskau geborenen Mann handeln, der als Frühpensionär mit einem schwarzen Mercedes SLK durch die Region fährt. Ste.

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