• Brennendes Problem: Der Feuerwehr geht der Nachwuchs aus Immer weniger Jugendliche machen bei freiwilligen Wehren mit

Boxen : Brennendes Problem: Der Feuerwehr geht der Nachwuchs aus Immer weniger Jugendliche machen bei freiwilligen Wehren mit

Thorsten Metzner

Die freiwilligen Feuerwehren in Brandenburg geraten in Nachwuchsnot. Bei der Vorstellung des „Brand- und Katastrophenschutzberichtes 2003“ am Montag warnte Innenminister Jörg Schönbohm (CDU) eindringlich: Da die Gesamtzahl der Jugendlichen spürbar zurückgehe, „müssen künftig mehr Jugendliche eines Jahrgangs für die freiwilligen Feuerwehren gewonnen werden“. Sonst sei der bisherige Standard im Brandschutz nicht aufrechtzuerhalten, der bislang weitgehend von den freiwilligen Feuerwehren mit ihren derzeit 47000 Mitgliedern gesichert wird. Berufsfeuerwehren gibt es im Land nur noch in den vier großen Städten Potsdam, Cottbus, Frankfurt (Oder) und Brandenburg/Havel. Brandenburg gehört laut EU zu den europäischen Gebieten mit dem höchsten Waldbrandrisiko.

Schon jetzt spüren die ehrenamtlichen Feuerwehren die Auswirkungen der drastischen Geburtenrückgänge im letzten Jahrzehnt. 2003 gingen die Mitgliederzahlen der Jugendfeuerwehren erstmals deutlich zurück: um rund 1200 auf 13628 Mitglieder. Allerdings gibt es regionale Unterschiede: Während Jugendliche im Berliner Umland teilweise sogar auf eine Warteliste für die Aufnahme in die Feuerwehren müssen, wie Landesbrandmeister Jürgen Helmdach sagte, wächst das Problem in den dünn besiedelten Randregionen. Und betrifft dort nicht nur die Feuerwehren, sagt Heiko Schmidt, Referatsleiter Brand- und Katastrophenschutz im Innenministerium. Hilfsorganisationen und Wohlfahrtsverbände hätten die gleichen Sorgen. Unter den Hilfsorganisationen, so Schmidt, gebe es inzwischen sogar die Befürchtung, dass untereinander bald eine große Konkurrenz um den Nachwuchs beginne. Die freiwilligen Feuerwehren selbst wollen neue Wege bei der Nachwuchsgewinnung gehen: So sollen künftig bereits Sechsjährige bei ihnen „schnuppern“ dürfen, wobei das formale Eintrittsalter für die Jugendfeuerwehr bei zehn Jahren bleibt.

Im vergangenen Jahr rückten Brandenburgs Feuerwehren zu 72653 Einsätzen aus. Sie retteten 3032 Menschen aus gefährlichen Situationen. Das entspricht einem Anstieg um 1192 Gerettete. Als Hauptgründe nannte Landesbrandmeister Helmdach die Zunahme von Wohnungsbränden und schweren Verkehrsunfällen. 2003 wurden die meisten Waldbränden seit 1991 gezählt – insgesamt 679.

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