Boxen : BSE: Birthler: Kein Test für alle Schlachtrinder

In Brandenburg können auch nach Einführung von BSE-Schnelltests zunächst nicht Schlachtrinder auf den gefährlichen Erreger untersucht werden. Agrarminister Wolfgang Birthler (SPD) sagte am Montag dem ORB-Sender "Radio Eins", die Lagerkapazitäten für die geschlachteten Tiere würden nicht ausreichen. Birthlers Sprecher Jens-Uwe Schade sagte, zurzeit könnten lediglich die Risikorinder getestet werden. Diese kämen auf keinen Fall in den Handel. Frühestens ab Januar oder Februar nächsten Jahres seien die Kapazitäten ausreichend groß, um Schlachtrinder mit einem Alter von mehr als 30 Monaten einem BSE-Test zu unterziehen.

Der Sprecher wies darauf hin, dass auch die Tiermehlbeseitigung Brandenburg vor große Probleme stelle. Schon jetzt seien entsprechende Anlagen im Bundesland gut ausgelastet. "Wir müssen prüfen, ob wir weitere Kapazitäten schaffen", sagte Schade. Zugleich wies Birthler Forderungen zurück, nach denen Bund und Länder die Kosten für die Tiermehlbeseitigung tragen sollen. Auch eine Beteiligung der Landwirte an den Beseitigungskosten lehnte er ab. Die 30 Pfennig pro Kilo Fleisch sollten die Verbraucher zahlen, die Sicherheit haben wollten.

Der Präsident des Bauernverbandes, Heinz-Dieter Nieschke, warnte vor einer Dramatisierung der Kosten im Zusammenhang mit der BSE-Krise. Beim Tiermehlverbot gehe es um Verbraucherschutz, sagte der CDU-Landtagsabgeordnete dem InfoRadio, "da finde ich es nicht gut, dass wir um Geld feilschen und gleich mit Milliarden operieren". Das Fleisch an der Ladentheke werde gewiss teurer, aber dies sei nicht so schlimm, wie es einige machen.

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