Boxen : BSE: Je mehr Kühe, desto mehr BSE

Thorsten Metzner

Sollte sich der BSE-Verdacht bei einem Rind aus dem Havelland bestätigen und Brandenburg damit seinen ersten BSE-Fall bekommen, wird die 480-köpfige Herde der Rindermastanlage komplett getötet werden. Dies sei die klare Linie von Agrarminister Wolfgang Birthler (SPD), sagte Achim Wersin, ein Sprecher des Ministeriums am Montag.

Die vier Jahre und neun Monate alte Kuh aus einem Bestand in Hertefeld (Havelland) war beim vorläufigen BSE-Schnelltest in Hamburg am vorigen Freitag positiv getestet worden. Das endgültige Test-Ergebnis des bundesweiten BSE-Referenzlabors in Tübingen lag am frühen Montagabend noch nicht vor. Allerdings rechnet das Birthler-Ressort damit, dass auch Brandenburg nunmehr wohl seinen ersten BSE-Fall bekommen wird. Dass Brandenburg erst nach Bayern, Niedersachsen oder Nordrhein-Westfalen von BSE-Fällen betroffen ist, halten Landwirtschaftsexperten indessen nicht für überraschend: Je höher die Rinderbestände, desto mehr Tiere werden geschlachtet und getestet - desto höher ist auch die Wahrscheinlichkeit, dass darunter BSE-Fälle sind, erklärt etwa Detlev Küttler, ein für die Problematik zuständiger Mitarbeiter des niedersächsischen Landwirtschaftsministeriums. Im Klartext: Da Bayern fast 30 Prozent der deutschen Bestände habe, sei das dortige Geschehen auch "nicht verwunderlich". Bayern hält mit 9 BSE-Fällen (43 000 Schnelltests) den Spitzenplatz der deutschen BSE-Statistik. In Niedersachsen, das einen Kuhbestand von 860 000 Tieren hat, sind insgesamt 16 821 BSE-Schnelltests durchgeführt worden - bislang hat das Land vier BSE-Fälle. Zum Vergleich: In Brandenburg, das rund 300 000 Rinder hat, sind bislang 3520 Schnelltests durchgeführt worden, davon 1197 im vorigen Jahr. In Nordrein-Westfalen, das mit 462 000 Rindern die drittgrößten Bestände hat, sind seit September 2000 rund 9400 Schnelltests durchgeführt worden: Es gibt einen positiven BSE-Fall.

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