Boxen : Buga: Erst Flop - dann top

Claus-Dieter Steyer

Na, das passte ja: Die Dame, die gestern auf der Bundesgartenschau in Potsdam als zweimillionster Gast das Drehkreuz am Haupteingang passierte, heißt Blume, Barbara Blume, 54 Jahre alt, Potsdamerin und mit Mann, Tochter und Enkel unterwegs. Fröhlich und entspannt wurde Familie Blume von Oberbürgermeister Matthias Platzeck (SPD) und Buga-Geschäftsführer Jochen Sandner begrüßt, die kurz vor Buga-Schluss Grund zur Freude haben.

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Die Bundesgartenschau in Potsdam "Trotz aller Unkenrufe haben wir das Ziel geschafft", sagte Sandner. Das Ziel war die magische Zahl von zwei Millionen Gästen. Sie stand von Anfang an in dem 70 Millionen Mark großen Haushalt der Buga-Gesellschaft. Jeder Besucher, der jetzt noch eine Karte kauft, bringt zusätzliche Einnahmen. Sandner dankte allen Mitarbeitern und den vielen freiwilligen Helfern. Dabei war es der Buga-Chef selbst, der einen Tag vor der Eröffnung im April Verwirrung ausgelöst hatte. In seiner Begeisterung für den Park auf einem früheren militärischen Übungsgelände sprach er großzügig von erwarteten zweieinhalb Millionen Besuchern. Doch als bei Kälte und Wind und dementsprechend wenigen Blumen im April und Mai die Gästescharen ausblieben, wackelte die Rechnung bedrohlich. Die Buga wurde kurzerhand und - wie sich nun herausstellt - vorfristig zum Reinfall erklärt. Sandner reagierte mit einem Rechentrick. "Ich habe die zweieinhalb Millionen Besucher auf alle vier Veranstaltungsorte - also neben dem Park die Innenstadt, die Freundschaftsinsel und die Feldflure - bezogen", meinte er. "Für einen ausgeglichenen Haushalt brauchen wir tatsächlich nur zwei Millionen Gäste."

Gerettet hat ihn hauptsächlich die offenbar auch durch Wind und Wetter nicht zu beeindruckende Buga-Fan-Gemeinde in ganz Deutschland. Rund die Hälfte aller Besucher stammte schließlich nicht aus der Region. Selbst bei Regen und Sturm zogen die meist älteren Blumenfreunde über das mit 73 Hektar sehr weitläufige Gelände.

In der letzten Woche wollen Brandenburger Gärtner noch einmal alle Register ihres Könnens ziehen. Am 3. Oktober eröffnen sie ihre Erntedank-Abschluss-Schau in der Biosphärenhalle. Von Begonien bis zu Weihnachtssternen reicht die Fülle. Die Abendkarte für sieben Mark gilt jetzt schon ab 16 Uhr. Bei entsprechender Herbstsonne zieht es die Menschen aber auch ins Freie. Auf den Wällen zeigt sich jetzt der wilde Wein in den schönsten Farben. Nach wie vor stehen die Mustergräber der Friedhofsgärtner hoch im Kurs.

Der Abschluss der 170-tägigen Schau unter dem Motto "Gartenkunst zwischen gestern und morgen" wird mit einer Gala aus Musik, Tanz und Artistik am kommenden Sonntag ab 17 Uhr auf der Parkbühne gefeiert. Zwei Stunden später gibt es ein großes Feuerwerk. Den Staffelstab übernimmt der Chef der Internationalen Gartenschau in Rostock, die 2003 beginnt.

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