Boxen : Buga-Knospen: Das Gänseblümchen

Simone Leinkauf

Welchem Gärtner ist das beim Rasenmähen noch nicht passiert: Gerade so richtig in Schwung gekommen, muss man plötzlich innehalten. Mitten im Rasen strecken ein paar weiße oder rote Blümchen ihre Köpfe neugierig in die Höhe. Unscheinbar und dennoch ein Blickfang - Gänseblümchen sind Blumen fürs Gemüt. Also fährt der Rasenmäher einen Bogen und das höhere Gras rund um die Bellis perennis, wie Gänseblümchen oder Tausendschön auf Latein heißen. Haben die Blumen den Rasenmäherrotor überstanden, droht der nächste Angriff durch Kinderhände: Aus Gänseblümchen kann man wunderbare kleine Blütenkränze flechten. Deshalb kümmern sich vorsorgliche Gärtner am besten darum, dass möglichst viele von ihnen im eigenen Garten blühen: Am Beetrand gepflanzt säen sich die kleinen mehrjährigen Stauden selbst aus.

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Die Bundesgartenschau in Potsdam Allerdings sind die Nachkommen gegenüber der ursprünglichen Sorte nicht mehr so prächtig. Dabei hat die Züchtung aus der Wildform der kleinen unscheinbaren Blume Erstaunliches gemacht: Die Blütenblätter können nicht nur zungenförmig, sondern auch nadel- oder röhrenförmig ausgebildet sein. Bei den großblumigen Sorten werden Blütendurchmesser von sechs bis sieben Zentimetern erreicht. Die Höhe der verschiedenen Rassen variiert zwischen 12 und 20 Zentimetern. In der Mythologie sind die Gänseblümchen der Frühlingsgöttin Ostara und der Liebesgöttin Freya geweiht. Auf Botticellis "Geburt der Venus" reicht eine Nymphe der Göttin einen Mantel, der über und über mit Gänseblümchen bestickt ist. Und sie gelten als Symbol der Mutterliebe, da sie am Abend oder bei Regen den Blätterkranz schützend über dem Blütenkorb schließen.

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