Build-A-Bear : Bären, die von Herzen kommen

Wer bekommt heute noch Teddybären zu Weihnachten geschenkt? Kinder, jüngere Geschwister... doch die Bären des Build-A-Bear Workshops sind etwas ganz Besonderes – für kleine und große Kinder.

Annika Brockschmidt

Denn was ist persönlicher, als einem lieben Menschen einen plüschigen Beschützer, der nostalgische Kindheitserinnerungen weckt oder den ängstlichen Besitzer nachts vor fangzähnigen Monstern beschützt, nicht nur zu schenken – sondern selber zu machen?

Für diejenigen unter uns, die ihre ersten und letzten Nähversuche im Handarbeits- oder Kunstunterricht in der Schule erlebt haben, ist dieser Workshop trotz mangelnder Fingerfertigkeiten ideal. In sieben Schritten wird unter Anleitung von Fachkräften ein Kuscheltier zum Leben erweckt – vom Aussuchen über das Füllen der Stoffhülle bis zum Einsetzen des Herzens – damit das bald heißgeliebte Plüschtier auch wirklich „lebt“.

Wer findet, dass dem selbst geschaffenen Bären jetzt noch etwas fehlt, der kann sich bei einer großen Auswahl an Accessoires und Kleidung – über Norwegerpullis und Sonnenbrillen bis hin zum Dudelsack – austoben, um dem Kuschelkumpan den letzten Schliff zu verleihen.

Der Bär wird in einem hausförmigen Karton seinem Schöpfer übergeben, der ihn entweder an einen lieben Menschen weiterverschenken oder selbst behalten kann.

Als eine Build-a-bear-Beschenkte kann ich sagen, dass mein ganz persönlicher Bär – Hamish, denn bei Build-a-Bear werden den Bären natürlich auch Namen mit „Geburtsurkunde“ gegeben – mir das Gefühl gibt, ein Stück von den Menschen, die ihn für mich gemacht haben, bei mir im Zimmer zu haben – auch wenn sie eigentlich in einem ganz anderen Land leben. Offenbar scheinen sie ein Stück ihres eigenen Herzens mitten in Hamishs große braune Knopfaugen gesteckt zu haben.

Wann immer ich morgens schlaftrunken an meinem rotfelligen Freund vorbei ins Bad schwanke, erinnern mich seine rot karierte Schottenmütze und sein Dudelsack an Schottland – und wenn man ihn dann in stillen Momenten an sich drückt, kann man fast das Herz der Highlands schlagen hören.

Doch nicht nur in Großbritannien und Amerika, wo Build- a-bear ursprünglich herkommt, kann man Bären selber machen – mittlerweile gibt es auch eine Filiale von Build-a-Bear im Alexa in Berlin – wo Große und Kleine zusammen ihre neuen besten Freunde schaffen können.

Und wer sich beim von den Verkäufern verlangten „Warmreiben“ des ausgewählten kleinen roten Herzens, um es „zum Leben zu erwecken“, etwas albern fühlt, der denke einfach an die strahlenden Augen, die ihn erwarten, wenn der Bär seinen neuen Besitzer erreicht, denn für den Beschenkten trägt er ein Stück desjenigen in sich, der ihn geschaffen hat.

Und das kann ungemein tröstlich sein.

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