Boxen : Bundesgartenschau: Die Buga blühte am letzten Tag noch einmal auf

Am Sonntag ist die 26. Bundesgartenschau (Buga) mit einem Festakt offiziell zu Ende gegangen. 2,6 Millionen Gäste besuchten die 170 Tage dauernde Blumen- und Gartenschau, für die unter anderem ein altes Militärgelände zum Blühen gebracht wurde. Während einer Festveranstaltung wurde der Staffelstab an die Hansestadt Rostock übergeben, die 2003 statt der Buga eine Internationale Gartenbauausstellung (IGA) ausrichtet. Am Abend verabschiedete sich die Buga mit einem Feuerwerk von den Besuchern. Die Veranstaltung begann kurz nach Bekanntwerden der Bombardements in Afghanistan. Da rund 20 000 Zuschauer auf das Buga-Feuerwerk warteten, hatte man sich entschlossen, es dennoch stattfinden zu lassen.

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Die Bundesgartenschau in Potsdam In Potsdam habe ein gelungenes und außergewöhnliches Gartenfest stattgefunden, lobte Bundeslandwirtschaftsministerin Renate Künast (Grüne) zum Abschluss. Ministerpräsident Manfred Stolpe (SPD) sagte, die Bundesgartenschau habe einen enormen Image-Gewinn für Brandenburg gebracht. Der Präsident des Zentralverbandes Gartenbau, Karl Zwermann, meinte, Potsdam habe die Messlatte der Magdeburger Buga von 1999 übersprungen. "Jetzt liegt sie für Rostock noch höher". Am Ufer der Warnow zwischen dem Seebad Warnemünde und der Hansestadt soll vom 25. April bis 12. Oktober 2003 die nächste Internationale Gartenbauausstellung stattfinden, die es nur im Zehn-Jahres-Rhythmus gibt. "Wir fürchten uns nicht vor der hohen Messlatte Potsdams", sagte Rostocks Oberbürgermeister Arno Pöker (SPD).

Zum Abschluss der Potsdamer Veranstaltung erhielten 59 Buga-Aussteller Ehrenpreise des Landwirtschaftsministeriums für herausragende Leistungen. Darunter befanden sich auch elf Gärtner und Floristen aus Brandenburg. Inzwischen ist der Verkauf von Buga-Inventar angelaufen.

Stolpe betonte, die Buga habe die Leistungskraft, die Vielfalt und die Kreativität des Gartenbaus "überzeugend" demonstriert. Sie habe "deutsch-deutsche Verständigungshilfe" geleistet und mithin als "Vorurteilskiller" fungiert. Gemeinsame Gartenliebe verbinde eben. Der Präsident des Bundesverbandes Gartenbau, Karl Zwermann, sagte, Potsdam sei durch die Buga "aufgeblüht". Die Blumenausstellung sei weltweit die "beste Werbung" für Brandenburgs Landeshauptstadt als touristisches Schwergewicht gewesen. Sie habe die Qualität ihrer Vorgängerin 1999 in Magdeburg noch übertroffen.

Oberbürgermeister Matthias Platzeck (SPD) hob hervor, die Lebensqualität in Potsdam sei durch die Buga besser geworden. Das treffe auch für die Stimmung zu. Die Bevölkerung habe nun "viel mehr Selbstvertrauen". Künast bezeichnete die Natur-Ausstellung als "gelungenes, außergewöhnliches Gartenfest" mit großer Besucherzahl.

Knapp 2,6 Millionen Menschen haben die Schau besichtigt. Davon sind ungefähr 2,1 Millionen Gäste durch den Buga-Park geschlendert. Die Veranstalter hatten dort mit 2,5 Millionen Besuchern gerechnet. Für das Spektakel war ein vormals militärisch genutztes Gelände zum Park umgewandelt worden. 500 000 Naturfreunde wollten zusätzlich die anderen drei Buga-Orte sehen.

Bevor die Pforten gestern endgültig geschlossen wurden, sollten die Besucher mit einem abwechslungsreichen Abschlussprogramm verabschiedet werden. Die Show ließ ab 17 Uhr zahlreiche Highlights im Buga-Kulturprogramm Revue passieren.

Durch den Verkauf von Inventar soll nach Buga-Geschäftsleitungsmitglied Hartmut Lindenberg mehr als eine Viertel Million Mark erwirtschaftet werden. Die Buga sei mit den bislang eingereichten Angeboten "sehr zufrieden", sagte er. Insgesamt hätten sich rund 200 Interessenten für die seit Mitte September öffentlich ausgeschriebenen rund 400 Positionen gemeldet. Ab Montag werden auf dem Buga-Gelände Pavillons, Gastronomiezelte und Container abgebaut. Viele Buga-Stücke wurden schon vor Wochen im Internet zum Verkauf angeboten. Für einige Artikel können noch Kaufangebote abgegeben werden, hieß es. Die Objekte reichten von Gießkannen und Gewächsen über Kassenpavillons und Bänke bis hin zu Fahrradständern, Fahnenmasten und Zäunen. Den Zuschlag werde letztlich jeweils das beste Angebot erhalten, versicherte Lindenberg.

Der Park soll im kommenden Mai als Volkspark mit moderaten Eintrittspreisen wieder eröffnet werden. In dem ultramodernen Glas-Bau "Biosphäre" soll im September 2002 ein Erlebnispark mit Pflanzen eröffnet werden. Nachdem der September verregnet war und die Besucherzahlen mit knapp 2,1 Millionen unter den Erwartungen von 2,5 Millionen blieben, hatte sich der 73 Hektar große Park im Norden Potsdams am letzten Wochenende noch einmal von seiner besten Seite. Bereits am Freitag waren gut 13 000 Besucher gekommen. Das Laub der Herbstbäume und die rostroten Flächen der mit Wein bewachsenen Buga-Wälle leuchteten in der milden Herbstsonne. Bei "Kaiserwetter" mit Sonne und Temperaturen bis zu 21 Grad kamen auch am Sonnabend die Besucher noch einmal in Scharen nach Potsdam.

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