Boxen : Castor-Transport: Im Osten erst nach Ostern

Der erste ostdeutsche Castor-Transport seit dem bundesweiten Stopp von 1998 wird nicht vor Ostern rollen. Das sei technisch nicht machbar, sagte der Leiter des stillgelegten Kernkraftwerks Rheinsberg, Siegfried Schweitzer. Das Bundesamt für Strahlenschutz hatte am vergangenen Mittwoch den Transport von vier Castor-Behältern mit 246 gebrauchten radioaktiven Brennelementen von Rheinsberg ins Zwischenlager Nord in Lubmin bei Greifswald genehmigt.

"Ein konkreter Termin für den Castor-Transport steht noch nicht fest", sagte Schweitzer. Er sprach sich jedoch für einen möglichst zügigen Abtransport des Atommülls aus. "Jeder Tag, jede Woche kostet Geld", betonte der Kraftwerkschef. Die Lagerung der größtenteils bereits 1996 beladenen Castoren schlage mit jährlich drei bis fünf Millionen Mark zu Buche.

Ursprünglich sollte der gebrauchte Brennstoff bis Ende 1999 abtransportiert sein. Inzwischen verzögert sich nach Schweitzers Worten auch der Abbau des Kernkraftwerks, der ursprünglich bis 2009 beendet sein sollte. "Durch den nicht realisierten Transport hat der Zeitplan bereits Federn lassen müssen", sagte der Anlagenleiter. Solange Brennelemente im Werk gelagert werden, dürfen bestimmte Teile wie etwa das Abklingbecken nicht demontiert werden.

Unterdessen hat Innenminister Jörg Schönbohm eine harte Linie bei gewalttägigen Proteste gegen den Transport von Castor-Behältern angekündigt. Unter Hinweis auf Anschläge gegen Bahnstrecken in anderen Regionen heißt es in einer Mitteilung des Ministeriums, die Polizei werde "dem kriminellen Gewaltpotenzial konsequent mit allen Mitteln des Rechtsstaates gegenübertreten".

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