• Deichbaustreit:Schwerin klagt gegen Potsdam Mecklenburg befürchtet Überschwemmungen

Boxen : Deichbaustreit:Schwerin klagt gegen Potsdam Mecklenburg befürchtet Überschwemmungen

Potsdam/Schwerin – Die Elbe führt zwar derzeit auf ihrer gesamten Länge Niedrigwasser, doch Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg streiten sich momentan heftig um den besten Schutz vor einer neuen Flutkatastrophe. Es geht um die Höhe der Deiche. Während im rund 20 Kilometer langen mecklenburgischen Abschnitt die Deiche schon so gut wie fertig sind und durchschnittlich rund acht Meter hoch gebaut wurden, plant Brandenburg im sich flussaufwärts anschließenden Rühstädter Bogen eine Höhe von 8,15 Meter. Hier werden die Dämme bis zu 400 Meter weit ins Landesinnere verlegt, um im Falle eines Hochwassers auf zusätzliche Überschwemmungsflächen zurückgreifen zu können. Die neuen Deiche, deren Höhe nach unterschiedlichen Gutachten festgelegt wurde, sollen dann aber möglichst ganz sicher sein.

Der Landwirtschaftsminister von Mecklenburg-Vorpommern, Till Backhaus (SPD), befürchtet nun, dass das Hochwasser zwar in Brandenburg im Zaum gehalten werden kann, dann aber die niedrigeren Deiche in seiner Heimat überwinden könne. „Wir haben wegen der Deichbaupläne beim Potsdamer Verwaltungsgericht vorsorglich Klage gegen das Brandenburger Umweltamt eingereicht“, sagte Ministeriumssprecher Kay Schmekel: „Die genaue Begründung reichen wir nach.“ Im Grunde solle erreicht werden, dass sich alle Länder unter Federführung des Bundes gemeinsam auf die jeweiligen Deichhöhen festlegen. Alleingänge sollen so vermieden werden.

Brandenburgs Agrarministerium weist die Bedenken zurück. Es gäbe keine Hinweise darauf, dass die höheren Deiche in Brandenburg zu Überschwemmungen in Mecklenburg-Vorpommern führen würden. Allerdings spreche auch nichts gegen eine einheitliche Regelung, sagte Sprecher Jens-Uwe Schade. Ste.

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