Boxen : Der Fall eines Vorzeige-Unternehmers

Prozess gegen Uwe Fenner wegen Subventionsbetrugs. Er rechnet mit Freispruch

Michael Mara

Potsdam - Das Medieninteresse an dem Prozess ist erheblich: Uwe Fenner, der wegen Verdachts des Subventionsbetruges in Potsdam vor dem Richter steht, ist nicht irgendwer. Der eloquente Unternehmensberater galt als Potsdamer Vorzeige-Unternehmer. Er machte aus einem maroden DDR-Rechenzentrum eine dynamische Internet-Firma und brachte Glamour ins provinzielle Potsdam. Zu seinen „Jahreszeiten-Gesprächen“ trafen sich Regierungschefs, Minister, Wirtschaftsbosse, Botschafter, aber auch Wolfgang Joop und Nadja Auermann.

Jetzt ist der 61-Jährige, wie er behauptet, „weitgehend beschäftigungslos“. Er verfüge über kein Einkommen: „Ich lebe von der Gunst von Freunden und vom Verkauf meines Hab und Guts.“

Dass es so weit gekommen ist, hängt mit dem spektakulären Untergang seiner Software- Firma Midat AG zusammen: Als sie wegen des Zusammenbruchs des Neuen Marktes ins Trudeln kam, bemühte sich Fenner um neue Einnahmequellen für den mit 1,4 Millionen Euro geförderten feinen Firmensitz „Ulmenhof“ am Jungfernsee. Die Anklage wirft ihm in fünf Fällen vor, mit öffentlichen Mitteln geförderte Räume des Ulmenhofs für Events an Dritte vermietet zu haben, was er laut Landesinvestitionsbank (ILB) nicht durfte. Angenommener Schaden fürs Land: 150 000 Euro. Zur Täuschung der ILB soll Fenner Mitarbeiter angewiesen haben, das Wort „Miete“ in der Midat-Datenbank zu streichen.

Fenner weist den Vorwurf des Subventionsbetruges weit von sich und attackiert die Unflexibilität der ILB, die das Verfahren ins Rollen brachte: Ihr sei bekannt gewesen, dass die Räume nicht einfach vermietet, sondern dort Dienstleistungen für Dritte erbracht worden seien. ILB-Vorstandschef Klaus-Dieter Licht verteidigt das Vorgehen der Bank: Regeln müssten eingehalten werden. Doch Fördermittel zurückgefordert hat die ILB nicht. Der Prozess wird nächste Woche mit Aussagen von Zeugen der Staatsanwaltschaft fortgesetzt. Fenner ist sich sicher, freigesprochen zu werden – „in dieser oder der nächsten Instanz“.

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