Boxen : Der Tagesspiegel

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Wer mit neuen Ideen das Strafrecht reformieren möchte, hat die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit immer auf seiner Seite. Aber Reformen sollten sinnvoll sein. Mit Strafe soll - nicht nur bei jugendlichen Tätern - geschehenes Unrecht gesühnt werden. Und der Täter soll dazu bewegt werden, seine gesetzeswidrige Handlung einzusehen und sich künftig an die Vorschriften zu halten. Strafe ist im weitesten Sinn folglich eine Erziehungsmaßnahme der Gesellschaft, ausgeübt durch den Staat. Aber kein Straftäter wird einsehen, dass er für ein Unrecht zwei Mal bestraft werden kann: Erst durch die vom Gesetz vorgeschriebene Sanktion und zusätzlich durch Einziehung des Führerscheins. Wenn selbst Erwachsene dies nicht verstehen, um wie viel weniger wird ein betroffener Jugendlicher Einsicht zeigen? Und was passiert mit denjenigen, die keinen Führerschein haben - oder die ihn bereits wegen anderer Delikte verloren haben? Strafe muss in unmittelbarem Zusammenhang mit der Tat stehen. Wenn allerdings ein Fahrzeug als so genannte Tatwaffe dient - beispielsweise bei Drogenschmuggel oder dem Transport gestohlener Waren -, kann das Auto bereits jetzt beschlagnahmt werden. Hier wäre eine Erweiterung der Beschlagnahmemöglichkeiten auf den Führerschein denkbar - nicht aber bei Einbrüchen oder Handtaschenraub. Vielmehr sollte es in diesen Fällen eine für den Täter schmerzhafte Strafe geben: Vorstellbar wäre die Pflege und Betreuung von Opfern von Straftaten oder unbezahlte soziale Arbeit in Alten- und Pflegeheimen, für diejenigen, die Rentner überfallen.Werner Schmidt

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