Boxen : Drei fliegende Klassenzimmer

Gewinner der ILA-Verlosung von Tagesspiegel und Lufthansa flogen mit dem Airbus über Berlin

Thorsten Wiese

Große Augen auf der Rollbahn. Voller Bewunderung blicken die Schüler in den Himmel über Schönefeld, wo Flugzeuge Loopings und Spiralen drehen und Muster in den Himmel malen.

Nur Haike Fallisch ist ein bisschen nervös. Der Flughafen Tegel liegt bei der 18-Jährigen gleich um die Ecke. Doch die Schülerin ist noch nie in ihrem Leben geflogen. „Ich bin schon ganz aufgeregt“, sagt sie lachend. Doch damit ist sie heute in guter Gesellschaft. Der Traum vom Fliegen – Tagesspiegel und Lufthansa erfüllten ihn gestern 60 Schülerinnen und Schülern, die bei der Verlosung eines Rundflugs über der Stadt gewonnen hatten: Der Erdkunde-Leistungskurs vom Humboldt-Gymnasium in Tegel, der 10. Jahrgang der Parzival-Schule und die Jahrgangsstufe 9 der Beucke-Realschule, beide aus Zehlendorf, waren dabei.

Einige flugerfahrene Schüler, aber vor allem Jungfernflieger stiegen gestern um 15 Uhr in den Airbus A-319 „Frankfurt (Oder)“, gespannt darauf, wie Berlin von oben aussieht. Als die Motoren aufheulen und der Schub die Passagiere in die Sitze drückt, wird es ganz still im Flugzeug. Doch als die Maschine abhebt und der Pilot sie durch die Wolkendecke auf 1800 Meter Höhe zieht, geht ein Jubeln durch das Flugzeug. Neugierig drehen die Schüler die Köpfe in Richtung Fenster. Köpenick, Oberschöneweide, der Teltowkanal und Adlershof ziehen rechts und links im Miniaturformat vorbei. Als der Kapitän den Airbus dann auf 150 Meter Flughöhe hinabdrückt, sind auch Details zu erkennen. Die Häuser von Treptow, die Sonnenallee in Neukölln und der Flughafen Tempelhof tauchen im Fenster auf, sind fast zum Greifen nahe. Normalerweise kommt man einer Stadt nur beim Start und bei der Landung so nahe. Doch damit seine Passagiere auch etwas zu sehen bekommen, „probt“ der Pilot den Landeanflug gleich mehrmals. In Tempelhof führt er sogar einen Durchstart vor, wie er sonst nur in solch außergewöhnlichen Situationen wie zum Beispiel einer blockierten Landebahn nötig ist. Der Pilot setzt zur Landung an – und gibt Gas.

In Tegel aber geht der Flug tatsächlich – und für viele viel zu früh – zu Ende. „Faszinierend, das alles einmal von oben zu erleben“, sagt Haike nach dem 45-minütigen Flug am Ausstieg. Sogar ihr Reinickendorfer Viertel konnte sie vom Flugzeug aus sehen.

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