Boxen : Ein 13jähriger gestehtTötung einer 8jährigen

Verbrechen an einer Schülerin aus Seebeck aufgeklärt Neuruppin (wvb/dpa).Die achtjährige Schülerin Anne-Katrin aus Seebeck im nordwestbrandenburgischen Kreis Ostprignitz-Ruppin ist wahrscheinlich von einem 13jährigen Schüler getötet worden.Der Junge aus dem selben Ort habe die Tat gestanden, sagte Oberstaatsanwalt Gerd Schnittcher am Donnerstag in Neuruppin vor Journalisten.Der Schüler war den Beamten durch fragwürdige Angaben über seinen Aufenthalt zur Tatzeit und verdächtige Spuren an seiner Kleidung aufgefallen.Als Motiv habe er angegeben, sich wegen Hänseleien an dem Mädchen rächen zu wollen.-Das Opfer war am 9.Juni nur 100 Meter vom Elternhaus entfernt hinter einer Scheune erschlagen aufgefunden worden.Spuren deuteten darauf hin, daß das Mädchen einem Sexualverbrechen zum Opfer gefallen sei.Am Mittwoch waren Blut- und Speichelproben von über 80 in Frage kommenden männlichen Bewohnern des 220-Seelen-Ortes Seebeck genommen worden.Die Staatsanwaltschaft wollte mit Hilfe des sogenannten genetischen Fingerabdrucks den Täter finden. Einzelheiten zum Tatablauf wollte Oberstaatsanwalt Schnittcher am Freitag nicht nennen.Noch stünden Anhörungen des Jungen aus, und auch das Gros der Haar- und Speichelproben müsse noch ausgewertet werden.Endgültige Ergebnisse kündigte Schnittcher für Mitte nächster Woche an.Ein Polizeivertreter erklärte bei der Pressekonferenz, ein Unfall könne nach den bisherigen Ermittlungen "weitgehend ausgeschlossen werden". Oberstaatsanwalt Carlo Weber, der an den Ermittlungen beteiligt ist, sagte, die Polizei sei auf den 13jährigen durch Zeugen aufmerksam gemacht worden.Der Junge habe zu den Personen gehört, mit denen Anne-Katrin am Tag ihres Verschwindens gesehen worden sei.Den Polizisten seien dann Blutspuren an der Bekleidung des 13jährigen aufgefallen.Der Junge habe behauptet, es handele sich um Katzenblut, was aber, wie Weber sagt, nicht mit den Untersuchungen der Spuren übereinstimmte. Laut Schnittcher gab der Junge dann die Tat zu.Er habe Einzelheiten geschildert, die nur der Täter wissen könne.Ein sexuelles Motiv habe er abgestritten.Zudem habe er erzählt, daß er in der Schule und im Ort häufiger von Mitschülern und dem Mädchen gehänselt worden sei.Dieses Motiv wertete Schnittcher als "schwach". Ein Sexualverbrechen ist aber beim derzeitigen Stand der Ermittlungen nicht nachzuweisen.Die bei dem Mädchen gefundenen Spuren, die für ein Sexualverbrechen sprächen, seien verunreinigt, erklärte Schnittcher.Deshalb sei beispielsweise nicht klar, wie die Spuren mit dem Tatort in Verbindung zu bringen sind. Zur Herkunft und zum Charakter des Jungen wollten sich beide Staatsanwälte nicht äußern.Weber sagte nur, er habe im Gespräch einen verständigen und keineswegs verstörten Eindruck gemacht.Da der 13jährige noch strafunmündig sei, habe man ihn lediglich dem Vormundschaftsrichter vorgeführt, sagte Schnittcher.Über den Aufenthaltsort des Jungen schwiegen die Oberstaatsanwälte.

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