Boxen : Ein himmlisches Vergnügen

Minister Stolpe testet die neuen Tarife und Fahrpläne der Bahn

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Ja, jetzt verstummen sie, die Kritiker und Mäkler, die Nörgler und Übelsprecher. Weder das neue Tarif noch das neue Fahrplansystem hat die Häme der vergangenen Wochen verdient. Das bewies am Montag der Bundesverkehrsminister in einem spektakulären Selbstversuch: Manfred Stolpe fuhr Bahn. Von Potsdam nach Berlin.

Kurz vor 7.46 Uhr wartet er also in Potsdam auf den Regionalexpress RE 38 105, der aus Wusterwitz kommend bis Frankfurt an der Oder fährt. Pünktlich und fahrplanmäßig setzen sich die Waggons mit dem prominenten Qualitätsprüfer um 7.46 Uhr Richtung Berlin in Bewegung. Eine Strecke wie aus dem richtigen Leben, denn in Potsdam, da wohnt der Minister und in Berlin, da arbeitet er. Türen schließen, das Testen geht los. Stolpe sagt, dass er häufiger mal Bahn fährt. Meist die langen Strecken. Wenn er das nur frühzeitig der Bahn meldet, bekäme er Rabatt, das weiß der Minister, und das findet er gut. Dann wird ihm langweilig und er will Margit Spielmann suchen gehen, die Bundestagsabgeordnete aus Brandenburg/Havel, die er gesehen hatte, als der Zug in Potsdam einrollte. „Setzen wir uns doch mal zu der Frau Abgeordneten“, sagt er. Auf dem Weg zum reservierten Abteil testet er aber schnell noch mal: „Alles in Ordnung?“ fragt er die Zugbegleiterin, die nickt. Na also. Auch von Fahrgästen erfährt der Verkehrsminister nichts, was es über die Bahn zu meckern gäbe. Nur die Abgeordnete Spielmann hat was zu kritteln. Die Züge seien morgens schon sehr voll. Über die Preise kann sie sich nicht beschweren: Wie alle Bundestagsabgeordneten erhält sie einen Sondertarif.

Tester Stolpe späht aus dem Fenster, die halbe Stunde Fahrzeit ist gleich zu Ende und niemand hat nach seiner Fahrkarte gefragt. Die Ankunft in Berlin-Friedrichstraße ist pünktlich um 8.15 Uhr. Der Minister steigt aus, die Bahn hat bestanden: „Es war ein absolutes Vergnügen.“ ari

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