Boxen : Ein Kreis im Kornfeld

Pressten Energiefelder die Zeichen in den Schönwalder Weizen?

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Von wegen grau ist alle Theorie. Was Jan Schwochow über Kornkreise im Allgemeinen und den in Schönwalde (Dahme-Spreewald) im Besonderen sagen kann, ist zwar durch nichts bewiesen, aber faszinierend als Idee. Und kommt dabei ganz ohne Ufos aus.

Für den Hamburger Kornkreisforscher ist der 43 Meter große Kornkreis im Weizenfeld von Landwirt Georg Gratzias Folge einer elektromagnetischen Aufladung von Erde, Pflanze und Luft, die sich verwirbelt, und dabei die Halme verdreht und zum Abknicken bringt. Schwochows Indizien: Rund um den Kreis stehen viele Überlandleitungen, die elektrische Strahlung abgeben. Laut Gratzias sei vor dem Tag, als der Kornkreis entstand – es war der 13. Juli – mehrmals der Strom im Ort ausgefallen. Außerdem war es an dem Tag schwül, eine Wetterfront wälzte sich über das Land. Beides Belege für elektrische Ladung in der Luft. Dann ist der Schönwalder Boden trocken und sandig, also nicht leitungsfähig, die Ladung staute sich. Bauer Gratzias fand in den Kreisen Metallkrümel, wahrscheinlich Silizium. Silizium entsteht, wenn Sand schmilzt, sagt Schwochow. Dazu bräuchte es zwar mehrere Tausend Grad, aber die könnten sich kurzzeitig durch die Elektroladung entwickelt haben. Nach dem Prinzip der Mikrowelle, könnte aus Sand Silizium entstanden sein, ohne dass der Weizen angebrannt wäre. Dann das Muster der Kreise: fünfeckig, pentagonal. Eine häufige Form in der Natur. „70 Prozent aller Blüten haben diese Form“, sagte Schwochow. Noch ein Indiz. Beweise indes fehlen ihm. Wissenschaftler interessieren sich nicht für das Phänomen, Esoteriker und andere Wünschelrutenwedler stören das Bemühen um Seriosität zusätzlich – und Schaulustige trampeln auf dem Schönwalder Acker das restliche Getreide platt. Bauer Gratzias nimmt deshalb für die Besichtigung der Kreise einen Euro, Siliziumsplitter gehen für drei Euro weg. Ariane Bemmer

Mehr Informationen im Internet unter www.kornkreis.de

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