Boxen : Ein Sieg auf ganzer Linie

CDU: Die Aufständischen verlieren, und Schönbohm versammelt Kandidaten um sich, die ihm folgen

Thorsten Metzner

Brandenburg. Die Machtprobe in der CDU ist entschieden: Auf dem gestern beendeten CDU-Landesparteitag in der Stadt Brandenburg hat Parteichef Jörg Schönbohm, selbst mit einem klaren 83-Prozent-Ergebnis wiedergewählt, seine Wunschführung durchgesetzt. „Wir haben zur Geschlossenheit gefunden“, sagte Schönbohm am Samstag. Nach heftigen Auseinandersetzungen im Vorfeld war es ein Sieg auf der ganzen Linie: Die Justizministerin Barbara Richstein wurde mit 70.28 Prozent zur Partei Vizechefin gewählt. Die gleiche Stimmenanzahl erreichte auch Wirtschaftsminister Ulrich Junghanns, der zu einem der vier Stellvertreter gewählt wurde. Gegen die Kandidatur Richsteins hatte es heftigen Widerstand einer Gruppe Unzufriedener gegeben. Genauso scheiterte der Versuch, den langjährigen Landesschatzmeister Dierk Homeyer durch eine Kampfkandidatur der Kreischefin von Potsdam-Mittelmark Saskia Funck zu stürzen. Kulturministerin Johanna Wanka wurde mit dem besten Wahlergebnis in den 18-köpfigen Landesvorstand gewählt, obwohl mancher über die „Ministerlastigkeit“ der Parteispitze grummelte.

„Wir sind keine One-man-Show mehr“, kommentierte Schönbohm. Er ließ keinen Zweifel daran, dass es bei der Erneuerung der Parteispitze auch um die Vorbereitung einer Nachfolge gehe. Nachdem bislang Wirtschaftsminister Ulrich Junghanns als Kronprinz galt, sagte Schönbohm nach der Richstein-Wahl: „Wir haben jetzt Prinzen und Prinzessinnen.“ Unübersehbar die Niederlage für die „Aufständischen“: All jene, die dem Flügel der Strippenzieher und Unzufriedenen zugeordnet werden, strafte der Parteitag ab. Junge-Union-Chef Sven Petke wurde zwar als Schönbohm-Stellvertreter wiedergewählt - aber mit dem schlechtesten Ergebnis. Dombrowski, der gegen Richstein Front gemacht hatte, schaffte es nur knapp wieder in den Landesvorstand. Die Delegierten hätten „mit Augenmaß und Disziplin“ und „überraschend feinsinnig abgestuft“ gewählt. Gleichwohl bemühte sich Schönbohm, die Verlierer einzubinden. So sei der Lausitzer Bundestagsabgeordnete Michael Stübgen, der bei den Wahlen als Vizeparteichef durchfiel, als Chef der Brandenburger Landesgruppe weiterhin stimmberechtigtes Mitglied im geschäftsführenden Landesvorstand. Nach dem Parteitag, auf dem die Union ein Grundsatzprogramm „Vision Brandenburg 2010“ verabschiedete, sieht Schönbohm die Union gut gerüstet für die Landtagswahl im nächsten Jahr. Zwar sei es unwahrscheinlich, dass die Union schon 2004 stärkste Partei werde. „Aber wir werden stärker“, so der Parteichef. „Es ist nicht mehr gottgegeben, das Brandenburg SPD-Land ist.“

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