Boxen : Fall Wochatz belastet Beziehungen zu Polen

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Spremberg. Die Kontakte des Spremberger CDUFraktionschefs Egon Wochatz zu SS-Veteranen belasten das polnisch-deutsche Verhältnis. In einem Schreiben an Landrat Dieter Friese verlangte sein polnischer Kollege Krzysztof Romankiewicz aus Zielona Gora Konsequenzen. Es sei für ihn nicht nachvollziehbar, sagte Romankiewicz, „dass trotz der Vorkommnisse der Vorsitzende der Fraktion der CDU und ihm ähnliche Personen hohe soziale Funktionen bekleiden und damit Einfluss auf unsere gut funktionierende Zusammenarbeit haben“. Wie berichtet, hatte zeitgleich zu einem Folklorefestival, das der Landkreis zum 60. Jahrestag der Landung der Alliierten in der Normandie veranstaltete, in Spremberg ein Treffen von SS-Veteranen stattgefunden, an dem Wochatz teilnahm.

Der polnische Landrat erinnerte daran, dass Millionen Polen durch die SS umgebracht worden waren. Er hoffe, dass Personen wie Wochatz die heutige deutsch-polnische Zusammenarbeit nicht kaputt machten.

Der Lausitzer SPD-Landtagsabgeordnete Ulrich Freese forderte unterdessen CDU-Landeschef Jörg Schönbohm auf, „sein Schweigen im Spremberger Waffen-SS-Skandal endlich zu beenden“. Er stelle bei Schönbohm „eine gewisse Laschheit im Umgang mit dem Skandal fest“. Freese verwies darauf, dass die CDU in Hessen gerade den umstrittenen Bundestagsabgeordneten Martin Hohmann ausgeschlossen habe. Die märkische CDU ziehe hingegen im Fall Wochatz keine Konsequenzen. Dabei gehe es auch um dessen Äußerungen zur tödlichen Hetzjagd auf einen algerischen Asylbewerber in Guben: „Was hatte der auch nachts auf der Straße zu suchen.“ Die CDU erklärte, dass Wochatz seinen Fehler bedauert habe. Er werde an solchen Treffen nicht mehr teilnehmen und sich von rechtsextremen Positionen abgrenzen. ma.

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