Boxen : Festnahmen nach Brandanschlag Friedhofsschändung in Cottbus

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Below/Cottbus. Nach dem rechtsextremistischen Anschlag auf die Gedenkstätte im Belower Wald verfolgt die Sonderkommission der Polizei offenbar eine heiße Spur. Wie gestern bekannt wurde, hat sie bereits am Wochenende drei Brüder aus Wittstock festgenommen. Dazu sagte der Leitende Oberstaatsanwalt in Neuruppin, Gerd Schnittcher, dem Tagesspiegel: „Die Männer im Alter zwischen 19 und 24 Jahren mussten zwar am Montag wieder auf freien Fuß gesetzt werden, weil sich kein dringender Tatverdacht nachweisen ließ, grundsätzlich ausgeräumt ist der Verdacht gegen sie aber nicht.“ Schnittcher zufolge gehören die drei Brüder der rechten Szene in Wittstock an.

Bei dem Anschlag auf die Mahn-und Gedenkstätte Belower Wald, die an den Todesmarsch der Häftlinge aus den Konzentrationslagern Sachsenhausen und Ravensbrück erinnert, war ein Ausstellungsraum völlig ausgebrannt. Die Täter hatten die Gedenkstätte mit Nazi-Symbolen und antisemitischen Parolen beschmiert.

Wie der Polizei erst gestern bekannt wurde, ist auch der russische Soldatenfriedhof in Cottbus geschändet worden. Mehr als 40 Grabsteine wurden umgestürzt. Das zuständige Grünflächenamt hatte bereits Ende August einige umgeworfene Grabsteine entdeckt, es aber der der Polizei zunächst nicht gemeldet. Die Ermittler gehen davon aus, dass die Grabschänder außerdem in der Nacht zum vergangenen Donnerstag als auch zum gestrigen Dienstag aktiv wurden. Der Friedhof war bereits vor einem Jahr geschändet worden. Damals hatten die Täter 19 Grabsteine umgeworfen und weitere 14 mit okkulten Symbolen und Schriftzügen beschmiert. So prangte auf dem zentralen Ehrenmal in roter Farbe der Spruch „Devil in Cottbus“, daneben fanden sich so genannte Hexagramme, die Zahl 666 und auf den Kopf gestellte Kreuze – alles Symbole für die Herrschaft des Teufels. Die Polizei ging damals von einem satanistischen Hintergrund aus, konnte die Täter allerdings nie ermitteln. Ob ein Zusammenhang zwischen der damaligen Tat und der neuerlichen Friedhofsschändung besteht, ist nach Ansicht des Cottbuser Polizeisprechers Berndt Fleischer zur Zeit noch ungewiss. Sandra Dassler

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