Boxen : Flammen im Spreewald – war es Brandstiftung?

Millionenschaden nach Feuer am Mittwoch im Hotel „Zur Bleiche“. Schon 2002 hatte es dort gebrannt, die Ursache ist bis heute ungeklärt

Sandra Dassler

Burg. Herr Schröder hat total versagt. Der Jack Russell Terrier schlief tief und fest, während sein Frauchen den Braten roch. Yvonne Wendt glaubte im ersten Moment tatsächlich, „dass da ein Angler seine Fische räuchert“. Aber nachts um halb vier? Die hochschwangere Frau aus Krefeld weckte ihren Lebensgefährten, der ging zum Fenster und sah den Feuerschein. Ein paar Minuten später stand das Paar aus Krefeld mit Hund und Koffer vor dem Hoteleingang und konnte es ebenso wenig fassen wie die anderen Gäste: Drei Gebäude des renommierten Spreewaldhotels „Zur Bleiche“ brannten lichterloh.

Die Flammen schlugen aus dem Dachstuhl des Wellnessbereichs, wo Landtherme, Jungbrunnen, türkisches Hamam und die Saunen liegen. Manfred Karolczek, der Einsatzleiter der Freiwilligen Feuerwehr von Burg, forderte Verstärkung an: Mehr als 60 Feuerwehrleute kämpften knapp fünf Stunden gegen die Flammen. Sie konnten ein Übergreifen des Feuers auf das Hotel verhindern. Ein Gast musste mit Verdacht auf Rauchvergiftung im Krankenhaus behandelt werden, ein Feuerwehrmann verletzte sich leicht.

Die Wellness-Gebäude waren nicht mehr zu retten. Von ihnen stehen am Morgen nur noch die teilweise verkohlten Außenwände. Schätzungen gehen von einem Schaden von zwei Millionen Euro aus. Auch um 9 Uhr lodern noch einzelne Glutnester auf. „Wir müssen da noch einmal Wasser aufbringen“, sagt Karolczek seinen Männern. Einige von ihnen sind inzwischen direkt vom Einsatz in ihre Firmen gefahren, nicht jeder Arbeitgeber bringt Verständnis für die freiwillige Tätigkeit auf.

Zu den Brandursachen wollen sich weder der Einsatzleiter noch der ermittelnde Kriminalkommissar Wolfgang Bauch äußern. Klar sei allerdings, dass das Feuer in den Gebäuden ausgebrochen ist, während es draußen die ganze Nacht regnete. Das hat vielleicht Schlimmeres verhindert, sagen die Einwohner von Burg. Die Gerüchteküche brodelt. Bereits im November 2002 war an einer Hintertür des Hotels aus bislang ungeklärter Ursache ein Feuer ausgebrochen. Die Polizei ermittelte wegen vorsätzlicher Brandstiftung, ein Täter wurde jedoch nicht gefunden.

Nun sind alle gespannt, was die Experten vom Landeskriminalamt zur Brandursache herausfinden. Auch Christine Clausing, die Frau des Inhabers der „Bleiche“: „Wir wissen noch nichts. Im Hotelbetrieb gibt es keine Einschränkungen. Wir werden das Zerstörte wieder aufbauen.“ Yvonne Wendt und ihr Partner wollen so lange nicht warten. Nach dem Frühstück packen sie die Koffer und Herrn Schröder ins Auto und fahren weiter ins nächste Wellnesshotel – nach Dresden.

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